Es gibt zwei Gegenstaende, bei denen ich laenger gehadert habe ob ich sie mitnehmen soll oder nicht.
Der eine ist mein Laptop. Und wenn ich gewusst haette dass es hier wirklich in so ziemlich jeder Jugendherberge schnelles, kostenloses W-Lan gibt, haette ich ihn vielleicht mitgenommen (obwohl ich doch jedesmal wenn die meinen Rucksack unsanft aufs Busdach schmeissen froh bin, dass ich es nicht getan hab). Deswegen muss ich vor Einfuegen der Bilder erst einige Zeit -zusaetzlich zum Schreiben- im Internetcafé verbringen und erst mit Paint die Bilder auf ein akzeptables Format verkleinern. Man moege mir deshalb nachsehen, dass das ab und zu etwas laenger braucht. Fotos werden kommen (ungewohnterweise mach ich grad tatsaechlich ab und zu welche).
Der zweite Gegenstand ist mein Epiliergeraet. Aber laut einer Deutschen, die ihren mitgenommen hat, funktioniert der wegen des Spannungsunterschieds oder so hier eh nicht. Jetzt komm ich halt als haariges Baerchen zurueck.
Mittwoch, 7. April 2010
Eine Woche Miraflor
Eigentlich wussten wir schon so grob was auf uns zukommen wuerde: Ein Haus in den Bergen, ohne fliessend Wasser, ohne Strom. Back to the roots, klingt eigentlich ganz wild-romantisch. Immer wenn ich an so leicht eingefallene Haeusern mit Wellblechdach obendrauf vorbeifahre, frag ich mich wie es wohl sein muss in sowas zu wohnen.
Und in eben so einem waren wir letzte Woche untergebracht.


Eine fuenfkoepfige Familie, irgendwo in den Bergen, ohne Bad, ohne Kuehlschrank, und im ersten Moment auch nicht wirklich mit etwas, was ich als Kueche verstanden haette..
Was ich da zuerst erlebt habe kann man wohl am Besten mit einem Kulturschock beschreiben. Das Wort kannte ich eigentlich schon vorher, aber ich glaub es wird im Allgemeinen etwas inflationaer gebraucht. Ich sass irgendwann am ersten Tag mittags auf meinem Bett, fing an zu weinen und waer am Liebsten sofort abgehauen, in ein Hotel mit Himmelbett, Badewanne und irgendeinem Luxusschwachsinn wie Spitzenvorhaengen und Fernseher. Eine Reaktion, von der ich selbst total ueberrascht war. Und auf die ich auch absolut nicht stolz bin.
Ich war gottfroh dass Michael da war. Erstens weil er Spanisch spricht und ich sonst wahrscheinlich nur ein Drittel der Geschichten der Familie verstanden haette. Nicas verschlucken gerne alle s oder lassen auch gern mal den letzten Teil eines Wortes einfach weg. Da hat sogar Michael trotz mexikanischer Mama manchmal Probleme alles zu verstehen. Und zweitens einfach nur um nicht allein zu sein.
Unsere Aufgabe war es einfach nur, etwas im Haushalt mitanzupacken. Als wir schon morgens beim Tortilla machen das Gefuehl hatten den Fruehstuecksvorbereitungsprozess eher auszubremsen, waren wir von unserem Hilfspotential noch nicht sehr ueberzeugt. Umso netter war es dann, wenigstens beim Garten giessen nuetzlich sein zu koennen. Das artet doch in eine groessere Aktion aus, wenn man fuer jeden Kuebel erst mal runter zum Brunnen springen muss. Bryan, der aelteste Spross von 7 Jahre, hat sich hierbei als vollendeter Gentleman erwiesen, bog mir Bananenblaetter aus dem Weg und bestand darauf, dass ich den kleinsten Eimer trage.
Am zweiten Tag durften doch sogar schon einige meiner Tortillas auf die heisse Platte ohne von Lesvia nachbearbeitet zu werden. Da war dann auch der groesste Teil meines sonnigen Gemuetszustandes schon wieder hergestellt, so dass ich mich sogar mit der morgentlichen Dusche am eiskalten Brunnen anfreunden konnte.






Spaetestens am dritten Tag war klar, dass wir gerne noch ein wenig bleiben wollten, und auch der Familie war das recht.
Fuer Ostern wurden Tamales zubereitet, ein Maisbrei, die in Bananenblaetter eingeschnuert und dann gekocht wird. Der Mais wird dafuer vorher laengere Zeit in Asche eingelegt. Ich muss noch rausfinden fuer was das gut ist, das hatte ich nicht ganz kapiert. Ich moecht echt wissen wie viele Kilo Mais wir gewaschen haben, das nahm kein Ende...
Hier waren die hoechsten Feiertage Donnerstag und Freitag, und wir wurden gefragt ob wir mit zum Gottesdienst moechten. Da aber Michael grosse Bedenken hatte, dass seine Haut beim Betreten einer Kirche eventuell zu brennen anfangen koennte, zogen wir es vor am Karfreitag -anstatt vier Stunden Prozessionsumzug in der Sonne-

lieber ein paar Stunden mit Lesvia in der Sonne Kuhmist zusammenkratzten um daraus Duenger herzustellen.
Und das alles, kiloweise Mais waschen, zwanzig Mal am Tag zum Brunnen springen, dreimal am Tag warme Mahlzeiten fuer viele hungrige Menschen vorbereiten (alles frisch per Hand, gibt ja keinen Kuehlschrank)... das sind ja keine Arbeiten, die die sich ausdenken, damit die armen Stadtkinder was zu tun haben. Das macht die gute Frau sonst einfach hauptsaechlich alles allein.
Schon sehr ungewohnt, wenn man als verwoehnter Schreibtischstudent, dessen Kochrepertoire kein Gericht enthaelt fuer das mehr als 20 Minuten Kuechenarbeit notwendig waeren, in eine Welt stolpert, in der jede Aufgabe mit koerperlicher Arbeit verbunden ist.
Wenn allerdings das Essen vorbereitet, Holz geholt, der Garten gegossen und die Waesche gewaschen ist, ist dafuer aber auch schon das Tagwerk getan. Und dann kehrt eine Art Ruhe ein, so ruhig wie diese gesamte verlassene Gegend. Irgendwie schoen. Und ganz anders.



Manche Dinge sind dagegen genauso wie daheim. Kleine Kinder die mit grosser Wichtigkeit verkuenden dass sie jetzt Puhpuh muessen und danach mit runtergelassenen Hosen in der Gegend rumspringen und sich auffuehren wie die Koenige der Welt sind immer grosses Kino. Abends mit einer Gitarre zusammensitzen ist immer gemuetlich. Und alle Babys riechen nach Baby.






Nach der Woche ist einem der Abschied dann doch fast etwas schwer gefallen, aber E-Mails wurden ausgetauscht (nein, gibts hier natuerlich nicht, aber der Papa arbeitet in Estelí und da gibts Internet-Cafés) und alle nochmal geknuddelt,

bevors fuer uns dann weiter in eine noch etwas hoeher gelegene Gegend von Miraflor, dem eigentlichen Nebelwald ging. Der war uns aber ganz wohl gesonnen, gab uns zwei wunderschoene erholsame sonnige Ostertage in einem netten kleinen Hostel mit einem liebevoll angelegtem Garten, und zeigte erst am Montag woher er seinen Namen hat.





So haben wir uns am Montag wieder zurueck nach Estelí verkruemelt (hauptsaechlich fuer Internet und Telefon, man muss doch ganz dringend die Mama zu Ostern noch anrufen!) und werden uns heut auf den Weg Richtung Sueden machen, Managua - Granada - Ometepe, falls da zwischenzeitlich kein Vulkan ausbricht - San Carlos mit Endziel Rio San Juan, Regenwald.
Die in León angebotene Regenwaldtour hatte sich naemlich bei einer Internet-Recherche als doch nicht ganz so verlockend herausgestellt. Beschreibung: etwa 4 Tage Anreise (so wird aus den angepriesenen 12 Tagen nur noch eine Woche), dann einen Fuehrer vor Ort nehmen (den kann man auch selbst vor Ort suchen, dann hat man auch mehr Auswahlmoeglichkeiten was Tour und Route angeht), anschliessend Rueckflug nach León (eben dieser gibt den Ausschlag fuer den hohen Preis, aber ich will ja gar keinen Rueckflug nach León). Ausserdem erhaelt man jedesmal wenn man fragt eine andere Preisauskunft. Scheint ein bisschen desorganisiert, der Laden. Und desorganisiert sein kann ich auch ganz gut selber.
Michael war schon am Rio San Juan, und meinte da wars so schoen, er wuerd sofort nochmal hin. Ausserdem ist er eh auf dem nach Corn Islands, da liegt das ganz gut. Und ab da war das Zusammenreisen schon geplant.
Ich drueck euch ganz lieb und mach mich jetzt erst mal auf viele Stunden im Bus gefasst. Moegen alle noch ein paar Ostereier nachtraeglich finden... :)
Und in eben so einem waren wir letzte Woche untergebracht.
Eine fuenfkoepfige Familie, irgendwo in den Bergen, ohne Bad, ohne Kuehlschrank, und im ersten Moment auch nicht wirklich mit etwas, was ich als Kueche verstanden haette..
Was ich da zuerst erlebt habe kann man wohl am Besten mit einem Kulturschock beschreiben. Das Wort kannte ich eigentlich schon vorher, aber ich glaub es wird im Allgemeinen etwas inflationaer gebraucht. Ich sass irgendwann am ersten Tag mittags auf meinem Bett, fing an zu weinen und waer am Liebsten sofort abgehauen, in ein Hotel mit Himmelbett, Badewanne und irgendeinem Luxusschwachsinn wie Spitzenvorhaengen und Fernseher. Eine Reaktion, von der ich selbst total ueberrascht war. Und auf die ich auch absolut nicht stolz bin.
Ich war gottfroh dass Michael da war. Erstens weil er Spanisch spricht und ich sonst wahrscheinlich nur ein Drittel der Geschichten der Familie verstanden haette. Nicas verschlucken gerne alle s oder lassen auch gern mal den letzten Teil eines Wortes einfach weg. Da hat sogar Michael trotz mexikanischer Mama manchmal Probleme alles zu verstehen. Und zweitens einfach nur um nicht allein zu sein.
Unsere Aufgabe war es einfach nur, etwas im Haushalt mitanzupacken. Als wir schon morgens beim Tortilla machen das Gefuehl hatten den Fruehstuecksvorbereitungsprozess eher auszubremsen, waren wir von unserem Hilfspotential noch nicht sehr ueberzeugt. Umso netter war es dann, wenigstens beim Garten giessen nuetzlich sein zu koennen. Das artet doch in eine groessere Aktion aus, wenn man fuer jeden Kuebel erst mal runter zum Brunnen springen muss. Bryan, der aelteste Spross von 7 Jahre, hat sich hierbei als vollendeter Gentleman erwiesen, bog mir Bananenblaetter aus dem Weg und bestand darauf, dass ich den kleinsten Eimer trage.
Am zweiten Tag durften doch sogar schon einige meiner Tortillas auf die heisse Platte ohne von Lesvia nachbearbeitet zu werden. Da war dann auch der groesste Teil meines sonnigen Gemuetszustandes schon wieder hergestellt, so dass ich mich sogar mit der morgentlichen Dusche am eiskalten Brunnen anfreunden konnte.
Spaetestens am dritten Tag war klar, dass wir gerne noch ein wenig bleiben wollten, und auch der Familie war das recht.
Fuer Ostern wurden Tamales zubereitet, ein Maisbrei, die in Bananenblaetter eingeschnuert und dann gekocht wird. Der Mais wird dafuer vorher laengere Zeit in Asche eingelegt. Ich muss noch rausfinden fuer was das gut ist, das hatte ich nicht ganz kapiert. Ich moecht echt wissen wie viele Kilo Mais wir gewaschen haben, das nahm kein Ende...
Hier waren die hoechsten Feiertage Donnerstag und Freitag, und wir wurden gefragt ob wir mit zum Gottesdienst moechten. Da aber Michael grosse Bedenken hatte, dass seine Haut beim Betreten einer Kirche eventuell zu brennen anfangen koennte, zogen wir es vor am Karfreitag -anstatt vier Stunden Prozessionsumzug in der Sonne-
lieber ein paar Stunden mit Lesvia in der Sonne Kuhmist zusammenkratzten um daraus Duenger herzustellen.
Und das alles, kiloweise Mais waschen, zwanzig Mal am Tag zum Brunnen springen, dreimal am Tag warme Mahlzeiten fuer viele hungrige Menschen vorbereiten (alles frisch per Hand, gibt ja keinen Kuehlschrank)... das sind ja keine Arbeiten, die die sich ausdenken, damit die armen Stadtkinder was zu tun haben. Das macht die gute Frau sonst einfach hauptsaechlich alles allein.
Schon sehr ungewohnt, wenn man als verwoehnter Schreibtischstudent, dessen Kochrepertoire kein Gericht enthaelt fuer das mehr als 20 Minuten Kuechenarbeit notwendig waeren, in eine Welt stolpert, in der jede Aufgabe mit koerperlicher Arbeit verbunden ist.
Wenn allerdings das Essen vorbereitet, Holz geholt, der Garten gegossen und die Waesche gewaschen ist, ist dafuer aber auch schon das Tagwerk getan. Und dann kehrt eine Art Ruhe ein, so ruhig wie diese gesamte verlassene Gegend. Irgendwie schoen. Und ganz anders.
Manche Dinge sind dagegen genauso wie daheim. Kleine Kinder die mit grosser Wichtigkeit verkuenden dass sie jetzt Puhpuh muessen und danach mit runtergelassenen Hosen in der Gegend rumspringen und sich auffuehren wie die Koenige der Welt sind immer grosses Kino. Abends mit einer Gitarre zusammensitzen ist immer gemuetlich. Und alle Babys riechen nach Baby.
Nach der Woche ist einem der Abschied dann doch fast etwas schwer gefallen, aber E-Mails wurden ausgetauscht (nein, gibts hier natuerlich nicht, aber der Papa arbeitet in Estelí und da gibts Internet-Cafés) und alle nochmal geknuddelt,
bevors fuer uns dann weiter in eine noch etwas hoeher gelegene Gegend von Miraflor, dem eigentlichen Nebelwald ging. Der war uns aber ganz wohl gesonnen, gab uns zwei wunderschoene erholsame sonnige Ostertage in einem netten kleinen Hostel mit einem liebevoll angelegtem Garten, und zeigte erst am Montag woher er seinen Namen hat.
So haben wir uns am Montag wieder zurueck nach Estelí verkruemelt (hauptsaechlich fuer Internet und Telefon, man muss doch ganz dringend die Mama zu Ostern noch anrufen!) und werden uns heut auf den Weg Richtung Sueden machen, Managua - Granada - Ometepe, falls da zwischenzeitlich kein Vulkan ausbricht - San Carlos mit Endziel Rio San Juan, Regenwald.
Die in León angebotene Regenwaldtour hatte sich naemlich bei einer Internet-Recherche als doch nicht ganz so verlockend herausgestellt. Beschreibung: etwa 4 Tage Anreise (so wird aus den angepriesenen 12 Tagen nur noch eine Woche), dann einen Fuehrer vor Ort nehmen (den kann man auch selbst vor Ort suchen, dann hat man auch mehr Auswahlmoeglichkeiten was Tour und Route angeht), anschliessend Rueckflug nach León (eben dieser gibt den Ausschlag fuer den hohen Preis, aber ich will ja gar keinen Rueckflug nach León). Ausserdem erhaelt man jedesmal wenn man fragt eine andere Preisauskunft. Scheint ein bisschen desorganisiert, der Laden. Und desorganisiert sein kann ich auch ganz gut selber.
Michael war schon am Rio San Juan, und meinte da wars so schoen, er wuerd sofort nochmal hin. Ausserdem ist er eh auf dem nach Corn Islands, da liegt das ganz gut. Und ab da war das Zusammenreisen schon geplant.
Ich drueck euch ganz lieb und mach mich jetzt erst mal auf viele Stunden im Bus gefasst. Moegen alle noch ein paar Ostereier nachtraeglich finden... :)
Dienstag, 6. April 2010
Managua, León und Estelí, Kurzzusammenfassung
Mir ist aufgefallen dass die Stadtbeschreibungen bis jetzt ein bissl arg kurz kamen und versuche das gerade ein ganz klein wenig auszugleichen. Weiss noch nicht wirklich wie gerecht ich dem werde...
Hm, ueber Managua kann ich nicht wirklich viel sagen, da hab ich nur etwa zwei Parkplaetze und ein paar Tankstellenklos gesehen. Nicht ganz wahr, wir sind auch zufaellig in einen Carnevalsumzug geraten. Der lag nach Verstaendnis am 13.Maerz etwas unpassend, aber meine Relgionskenntnisse kassen ja auch zu wuenschen uebrig. Dieser Umzug hat mich aber doch deutlich darin bestaetigt wie wenig Weisse herumspringen und ich somit automatisch schon allein durch mein Erscheinungsbild deutlich mehr Aufmerksamkeitauf mich ziehe als mir lieb ist. Das zusammen mit wenig aufmunternden Beschreibungen auf den Seiten des Auswaertigen Amtes (z.B. "Auch in touristischen Zonen wie der alten Kathedrale und am Malecón, sowie in der Nähe der großen Einkaufszentren in Managua kommt, es immer wieder zu bewaffneten Raubüberfällen") und maessig aufmunternden Abschnitten im Lonely Planet ("Pay attention, because you're probably only going to hear this once: you can have a wonderful time in Managua without getting stabbed, robbed, beaten or mugged even once.") laesste einen doch mit einem etwas mulmigen Gefuehl durch die Strassen gehen.
Vor allem wenn man dann auch noch immer seine Wertsachen mit sich tragen muss, weil man den Bus nicht wirklich absperren kann... aber das soll nicht Managuas Schuld sein.
In León sah das dann ganz anders aus. Normalerweise moechte man Touristengegenden ja eher meiden, aber es war wirklich erholsam in der Masse der Auslaender etwas untergehen zu koennen und nur einer von vielen zu sein. Zudem ist León Universitaetsstadt und Oekotourismus-Hochburg, was ein sehr nettes angenehmes Klima (nicht aufs Wetter bezogen! too darn hot...) und eine Reihe toller Angebote mit sich zieht wie Wanderungen und Touren mit Gewicht auf Nachhaltigkeit (wie zum Beispiel die Quetzaltrekkers, mit denen wir auf den Vulkanen waren, eine Non-Profit Organisation, die mit den Gebuehren der Wanderungen Projekte fuer Strassenkinder finanzieren), unglaublich tolles vegetarisches und sogar veganes Essen, viele Kulturangebote wie nette kleine Museen, Sprachschulen, natuerlich auch mehr Partyszene, Bars mit viel jungem Publikum und vieles mehr. Auch mehr Touristennippesstaende, Strassenverkaeufer bei denen man nie weiss ob man nicht grad voll uebers Ohr gehauen wird, Stadttouren zu hanebuechenen Preisen, Bettler, oft Kinder... jeder hat so seine Methoden. Mit mehr Touristen eben auch mehr Menschen die ihren Lebensunterhalt mit genau diesen verdienen.
Aber im Allgemeinen eine sehr sichere, saubere, schoene, lebhafte kleine Stadt, in der einem nicht langweilig wird und in der vielleicht einige Backpacker -die sich gerade in León in grosser Zahl tummeln- etwas laenger bleiben als geplant.
Danach kam Estelí. Da ist etwas der Hund verfroren, moecht ich sagen. (Nicht wirklich woertlich, obwohl es doch tatsaechlich vorkommt dass man abends wenn man weggeht mal eine duennen Pullover mitnimmt. Und ich natuerlich einen Schal.) Wenn man eine Zigarrenfabrik Tour gemacht und den kleinen Wasserfall gesehen hat, weiss man schon nicht mehr genau was man tun soll. Weniger touristisch, und trotzdem scheint man nicht allzusehr rauszustechen. Alles irgendwie etwas unscheinbarer.
Im Hostel ging allerdings das Geruecht herum, dass hier aber auch die "Beste Disco in gesamt Zentralamerika" sein soll. Mittlerweile sind wir uns recht sicher, dass nur ein Maedel gemeint hat das gehoert zu haben, jemandem weitererzaehlt hat, der hat das dann auch weitererzaehlt, usw. Jedenfalls war am Abend klar, dass alle zur Cigarezone muessen, weil ja alle gehoert hatten, dass es die beste Disco in gesamt Zentralamerika sein soll. In Wirklichkeit war sie doch nur unglaublich Posh. Und wir in FlipFlops. Aber mit dem landestypischen Rum liess sich auch diese Situation gut ueberstehen :)
Ziel der Reise in den Norden war eigentlich hauptsaechlich Miraflor, eine Gegend im Hochgebirge, die teilweise im Nebelwald (cloud forest) liegt. Michael und ich haben uns in Estelí erkundigt, ob es nicht eine Moeglichkeit gaebe dort fuer ein paar Tage etwas Voluntaersarbeit zu leisten. Gab es tatsaechlich, allerdings hatten wir nicht so ganz kapiert, was wir dort eigentlich tun sollen werden. Also liessen wir uns einfach mal uebrraschen...
Hm, ueber Managua kann ich nicht wirklich viel sagen, da hab ich nur etwa zwei Parkplaetze und ein paar Tankstellenklos gesehen. Nicht ganz wahr, wir sind auch zufaellig in einen Carnevalsumzug geraten. Der lag nach Verstaendnis am 13.Maerz etwas unpassend, aber meine Relgionskenntnisse kassen ja auch zu wuenschen uebrig. Dieser Umzug hat mich aber doch deutlich darin bestaetigt wie wenig Weisse herumspringen und ich somit automatisch schon allein durch mein Erscheinungsbild deutlich mehr Aufmerksamkeitauf mich ziehe als mir lieb ist. Das zusammen mit wenig aufmunternden Beschreibungen auf den Seiten des Auswaertigen Amtes (z.B. "Auch in touristischen Zonen wie der alten Kathedrale und am Malecón, sowie in der Nähe der großen Einkaufszentren in Managua kommt, es immer wieder zu bewaffneten Raubüberfällen") und maessig aufmunternden Abschnitten im Lonely Planet ("Pay attention, because you're probably only going to hear this once: you can have a wonderful time in Managua without getting stabbed, robbed, beaten or mugged even once.") laesste einen doch mit einem etwas mulmigen Gefuehl durch die Strassen gehen.
Vor allem wenn man dann auch noch immer seine Wertsachen mit sich tragen muss, weil man den Bus nicht wirklich absperren kann... aber das soll nicht Managuas Schuld sein.
In León sah das dann ganz anders aus. Normalerweise moechte man Touristengegenden ja eher meiden, aber es war wirklich erholsam in der Masse der Auslaender etwas untergehen zu koennen und nur einer von vielen zu sein. Zudem ist León Universitaetsstadt und Oekotourismus-Hochburg, was ein sehr nettes angenehmes Klima (nicht aufs Wetter bezogen! too darn hot...) und eine Reihe toller Angebote mit sich zieht wie Wanderungen und Touren mit Gewicht auf Nachhaltigkeit (wie zum Beispiel die Quetzaltrekkers, mit denen wir auf den Vulkanen waren, eine Non-Profit Organisation, die mit den Gebuehren der Wanderungen Projekte fuer Strassenkinder finanzieren), unglaublich tolles vegetarisches und sogar veganes Essen, viele Kulturangebote wie nette kleine Museen, Sprachschulen, natuerlich auch mehr Partyszene, Bars mit viel jungem Publikum und vieles mehr. Auch mehr Touristennippesstaende, Strassenverkaeufer bei denen man nie weiss ob man nicht grad voll uebers Ohr gehauen wird, Stadttouren zu hanebuechenen Preisen, Bettler, oft Kinder... jeder hat so seine Methoden. Mit mehr Touristen eben auch mehr Menschen die ihren Lebensunterhalt mit genau diesen verdienen.
Aber im Allgemeinen eine sehr sichere, saubere, schoene, lebhafte kleine Stadt, in der einem nicht langweilig wird und in der vielleicht einige Backpacker -die sich gerade in León in grosser Zahl tummeln- etwas laenger bleiben als geplant.
Danach kam Estelí. Da ist etwas der Hund verfroren, moecht ich sagen. (Nicht wirklich woertlich, obwohl es doch tatsaechlich vorkommt dass man abends wenn man weggeht mal eine duennen Pullover mitnimmt. Und ich natuerlich einen Schal.) Wenn man eine Zigarrenfabrik Tour gemacht und den kleinen Wasserfall gesehen hat, weiss man schon nicht mehr genau was man tun soll. Weniger touristisch, und trotzdem scheint man nicht allzusehr rauszustechen. Alles irgendwie etwas unscheinbarer.
Im Hostel ging allerdings das Geruecht herum, dass hier aber auch die "Beste Disco in gesamt Zentralamerika" sein soll. Mittlerweile sind wir uns recht sicher, dass nur ein Maedel gemeint hat das gehoert zu haben, jemandem weitererzaehlt hat, der hat das dann auch weitererzaehlt, usw. Jedenfalls war am Abend klar, dass alle zur Cigarezone muessen, weil ja alle gehoert hatten, dass es die beste Disco in gesamt Zentralamerika sein soll. In Wirklichkeit war sie doch nur unglaublich Posh. Und wir in FlipFlops. Aber mit dem landestypischen Rum liess sich auch diese Situation gut ueberstehen :)
Ziel der Reise in den Norden war eigentlich hauptsaechlich Miraflor, eine Gegend im Hochgebirge, die teilweise im Nebelwald (cloud forest) liegt. Michael und ich haben uns in Estelí erkundigt, ob es nicht eine Moeglichkeit gaebe dort fuer ein paar Tage etwas Voluntaersarbeit zu leisten. Gab es tatsaechlich, allerdings hatten wir nicht so ganz kapiert, was wir dort eigentlich tun sollen werden. Also liessen wir uns einfach mal uebrraschen...
Donnerstag, 25. März 2010
Eine Woche León
Ich bin seit eineinhalb Wochen in León, aber es kommt mir schon viel laenger vor.
Nicaragua ist das Land der Vulkane, einen zu besteigen ist fast Pflicht, und die Coolen machen "Volcano-Boarding". Bin aber nicht cool, also hab ich mich lieber fuers Wochenende bei einer Vulkanwandertour angemeldet. Und die hatte ich gewaltig unterschaetzt...
Da die Vulkane ja eine Touristenattraktion sind, dachte ich da fuehrt ein mindestens ein Meter breiter Weg den Berg hoch und auf der anderen Seite wieder runter. Wie Bannwaldspaziergang mit bissl mehr Steigung und bissl mehr Gepaeck (9 Liter Wasser pro Person, Essen fuer 2 Tage, und dann noch so Gruscht wie Schlafsack, Isomatte, etc.). Deswegen hatte ich auch keine Bedenken trotz Grummeln im Magen diese Wanderung anzutreten, und auch als einer der Fuehrer mich fragte ob ich mir sicher bin dass mir die Turnschuhe reichen wuchs mein Verdacht noch nicht.

Samstag morgen um 4Uhr gings dann los, meine Wenigkeit, Michael, ein netter Californier den ich im Hostel kennengelernt habe, drei Kanadier und Conor und Dominik, unsere Fuehrer aus Irland und der Schweiz.
Erst gings durch ein wuestenahnliches Gelaende zum Cerro Negro, diesen hoch und dann wieder runter.

Die Boarder auf dem Hintern mit Board drunter, die Wanderer zu Fuss huepfend, und die Nina versuchts auf dem Hintern ohne Board drunter. Dabei ging gleich meine Hose drauf (gut dass ich insgesamt zwei mithab) und ich durfte mir Dominiks Ersatzshorts leihen.



Und dann kam erst der richtige Aufstieg zum El Hoyo. Und meine Magenverstimmung. Bloederweise gleichzeitig. Trotzdem haben die beiden Fuehrer es irgendwie geschafft, meine Wanderlust etwas aufrecht zu erhalten, und yes, ich war auf dem El Hoyo! :) Nachdem mein Essen vom Vortag aber diesen Weg wohl nicht mitmachen wollte, war ich zwischenzeitlich ein wenig schwaechlich in den Knien und hab mir durch mehrmaliges Hinfallen die aergesten Schuerfwunden auf dem Beinen zugezogen die ich je hatte, und zumindest die Mama weiss: Das will was heissen!

Und eine Wespe hat mich auch noch gestochen... ¡Que fin de semana!
Die Nicas lassen sich aber durch sowas nicht abschrecken: Ich lauf rum in abgewetzten FlipFlops mit den fuerchterlichsten Beinen und schwitz aus jeder Pore, und die pfeifen einem immer noch hinterher. Kann ich irgendwie nicht ernst nehmen.
Meine Sprachkurs war uebrigens super! Die Lehrerin war klasse: Suess und lieb und lustig. Nach ihr hab ich jetzt sogar "nivel intermedio". Kann ich mir aber nicht wirklich vorstellen, ist immer noch mehr Italienisch als Spanisch.
Beim Sprachkurs war auch ein Nachmittagsaktivitaeten-Angebot mit dabei. Das hatte ich eigentlich deshalb in Anspruch genommen, um andere Schueler kennenzulernen, aber just in der Woche in der ich das Ganze gebucht hatte war kein Schueler ausser mir da. Also kam ich in den Genuss von lauter Privatfuehrungen, ein Professor (mit dem ich meine Probleme hatte), das Museum und ich.


Aber so hab ich wenigstens viele nette kleine Museen gesehen.
In Michael habe gluecklicherweise einen angenehmen Reisepartner fuer die naechsten Wochen gefunden. Er hat aehnliche Vorstellungen wie ich was Reiseziele angeht und auch sonst liegen wir recht gut auf einer Wellenlaenge. War auch der einzige im Hostel den man ohne Probleme zu einer Stadtfuehrung ueberreden konnte,

die anderen sind hier eher hauptsaechlich auf Party, Beach und Volcano-Boarding aus. Ausserdem hat er einen aehnlichen Humor, sehr wichtig. Auch ein dork. :)
Heute fahren wir nach Estelí. Das liegt im Hochgebirge und hat somit hoffentlich ein etwas angenehmeres Klima. Hier ist es gerade unertraglich heiss, oder jedenfalls mehr als ich vertag.
Ach ja, und ich hab jetzt eine Handynummer hier, falls mir jemand schreiben mag: 00505/84975262
Ich drueck euch feste!
Nicaragua ist das Land der Vulkane, einen zu besteigen ist fast Pflicht, und die Coolen machen "Volcano-Boarding". Bin aber nicht cool, also hab ich mich lieber fuers Wochenende bei einer Vulkanwandertour angemeldet. Und die hatte ich gewaltig unterschaetzt...
Da die Vulkane ja eine Touristenattraktion sind, dachte ich da fuehrt ein mindestens ein Meter breiter Weg den Berg hoch und auf der anderen Seite wieder runter. Wie Bannwaldspaziergang mit bissl mehr Steigung und bissl mehr Gepaeck (9 Liter Wasser pro Person, Essen fuer 2 Tage, und dann noch so Gruscht wie Schlafsack, Isomatte, etc.). Deswegen hatte ich auch keine Bedenken trotz Grummeln im Magen diese Wanderung anzutreten, und auch als einer der Fuehrer mich fragte ob ich mir sicher bin dass mir die Turnschuhe reichen wuchs mein Verdacht noch nicht.
Samstag morgen um 4Uhr gings dann los, meine Wenigkeit, Michael, ein netter Californier den ich im Hostel kennengelernt habe, drei Kanadier und Conor und Dominik, unsere Fuehrer aus Irland und der Schweiz.
Erst gings durch ein wuestenahnliches Gelaende zum Cerro Negro, diesen hoch und dann wieder runter.
Die Boarder auf dem Hintern mit Board drunter, die Wanderer zu Fuss huepfend, und die Nina versuchts auf dem Hintern ohne Board drunter. Dabei ging gleich meine Hose drauf (gut dass ich insgesamt zwei mithab) und ich durfte mir Dominiks Ersatzshorts leihen.
Und dann kam erst der richtige Aufstieg zum El Hoyo. Und meine Magenverstimmung. Bloederweise gleichzeitig. Trotzdem haben die beiden Fuehrer es irgendwie geschafft, meine Wanderlust etwas aufrecht zu erhalten, und yes, ich war auf dem El Hoyo! :) Nachdem mein Essen vom Vortag aber diesen Weg wohl nicht mitmachen wollte, war ich zwischenzeitlich ein wenig schwaechlich in den Knien und hab mir durch mehrmaliges Hinfallen die aergesten Schuerfwunden auf dem Beinen zugezogen die ich je hatte, und zumindest die Mama weiss: Das will was heissen!
Und eine Wespe hat mich auch noch gestochen... ¡Que fin de semana!
Die Nicas lassen sich aber durch sowas nicht abschrecken: Ich lauf rum in abgewetzten FlipFlops mit den fuerchterlichsten Beinen und schwitz aus jeder Pore, und die pfeifen einem immer noch hinterher. Kann ich irgendwie nicht ernst nehmen.
Meine Sprachkurs war uebrigens super! Die Lehrerin war klasse: Suess und lieb und lustig. Nach ihr hab ich jetzt sogar "nivel intermedio". Kann ich mir aber nicht wirklich vorstellen, ist immer noch mehr Italienisch als Spanisch.
Beim Sprachkurs war auch ein Nachmittagsaktivitaeten-Angebot mit dabei. Das hatte ich eigentlich deshalb in Anspruch genommen, um andere Schueler kennenzulernen, aber just in der Woche in der ich das Ganze gebucht hatte war kein Schueler ausser mir da. Also kam ich in den Genuss von lauter Privatfuehrungen, ein Professor (mit dem ich meine Probleme hatte), das Museum und ich.
Aber so hab ich wenigstens viele nette kleine Museen gesehen.
In Michael habe gluecklicherweise einen angenehmen Reisepartner fuer die naechsten Wochen gefunden. Er hat aehnliche Vorstellungen wie ich was Reiseziele angeht und auch sonst liegen wir recht gut auf einer Wellenlaenge. War auch der einzige im Hostel den man ohne Probleme zu einer Stadtfuehrung ueberreden konnte,
die anderen sind hier eher hauptsaechlich auf Party, Beach und Volcano-Boarding aus. Ausserdem hat er einen aehnlichen Humor, sehr wichtig. Auch ein dork. :)
Heute fahren wir nach Estelí. Das liegt im Hochgebirge und hat somit hoffentlich ein etwas angenehmeres Klima. Hier ist es gerade unertraglich heiss, oder jedenfalls mehr als ich vertag.
Ach ja, und ich hab jetzt eine Handynummer hier, falls mir jemand schreiben mag: 00505/84975262
Ich drueck euch feste!
Mittwoch, 17. März 2010
Erste Meldung aus Nicaragua
Fast eine Woche weg, da koennt ich doch langsam mal schreiben.
Grobe Planung fuer die naechsten zweienhalb Monate war folgende:
Erst mal bei Daniel absteigen, einem Freund der hier seit 1 1/2 Jahren in einem Haus in Managua lebt, mit ihm zusammen etwas rumreisen, vielleicht auch nach Costa Rica runter, je nachdem wie lange wir es miteinander aushalten, und eventuell irgendwo einen Volunteer-Job suchen.
Und es kam raus, dass wir es wohl nicht allzulange miteinander aushalten.
Die Nina, die seit mindestens einem Jahr schon gar nicht mehr weiss wie ein Tag aussieht, an dem nichts zu tun ist, und der Daniel, der seit eineinhalb Jahren nichts anderes hat als Tage an denen nichts zu tun ist - da prallen Welten aufeinander.
Und die aeussern sich in allen Details. Tagesrhythmus, allgemeine Umgangsformen (Ich haette es zum Beispiel doch angebracht gefunden, dass ich vorgewarnt werde, dass besagtes Haus bereits verkauft wurde, und Daniel seit zwei Monaten in einem klapprigen Bus wohnt, bei dem die Vordertueren durch eine gespannte Schnur verschlossen werden und dessen Schiebetuer alle paar Benutzungsvorgaenge aus den Angeln springt.
Obwohl es vielleicht auch ein ganz kluger Schachzug gewesen war mir so etwas nicht zu sagen, mit manchen Situationen geht man doch am lockersten um wenn man einfach reingeworfen wird), oder auch - wichtig! - Reisevorstellungen.
Daniel wuerde eher wenig rumfahren, sich den ein oder andern ruhigen Ort suchen und dort fuer einige Zeit "chillen". Vielleicht waere das der optimale Weg, um den Nicaraguan Lifestyle aufzusaugen. Eine Moeglichkeit mal richtig abzuschalten. Vielleicht waere das der erholsamste Urlaub aller Zeiten.
Aber dazu hab ich keine Lust. Ich will das Land sehen, Leute kennenlernen, Abenteuer erleben, Regenwald sehen, Spanisch lernen... Rumhaengen kann ich auch daheim.


Bei zwei Tagen am Strand in der Naehe von Leon hatte ich Zeit Muse einen Plan zu erstellen, was ich hier alles tolles anstellen koennte. Der hat sich seitdem schon wieder etwa fuenfmal geaendert und sieht mittlerweile so aus, dass ich erst mal eine Woche in Leon bleib, dann hoffentlich der etwas ueberteuerte zweiwoechige Regenwald-Trip zustande kommt (da muessen sich genug Leute anmelden), dann nach Estelí, Grananda und Ometepe, und schauen dass ich da bei einer der oertlichen Volunteer-Angebote unterkomm. So oder aehnlich.
Seit gestern habe ich dem Chillemobil den Ruecken gekehrt, bin in einem Hostel in Leon und freu mich hauptsaechlich ueber Klo, fliessend Wasser und Duschgelegenheit (bei 35Grad zwar fast nutzlos, aber nicht zu unterschaetzen). Ab Freitag hab ich mich fuer einen Spanisch-Kurs angemeldet, Einzelunterricht und Unterkunft in einer Familie, da bin ich mal gespannt. (Der ist auch dringend noetig. Wenn sich meine Kolleginnen auf Spanisch unterhalten, versteh ich vielleicht etwa die Haelfte. Hier... kein Wort. Als haette einer mal mit dem Weichspueler ueber alle Konsonanten und Vokale druebergewaschen. Die einfachsten Saetze muessen sie mir zig mal wiederholen.)
Ich meld mich wenn's was neues gibt!
Ganz liebe Gruesse und einen riesig feucht-verschwitzten Druecker!!!
PS: Auch hier wurde St. Patrick´s Day gefeiert... :)


Grobe Planung fuer die naechsten zweienhalb Monate war folgende:
Erst mal bei Daniel absteigen, einem Freund der hier seit 1 1/2 Jahren in einem Haus in Managua lebt, mit ihm zusammen etwas rumreisen, vielleicht auch nach Costa Rica runter, je nachdem wie lange wir es miteinander aushalten, und eventuell irgendwo einen Volunteer-Job suchen.
Und es kam raus, dass wir es wohl nicht allzulange miteinander aushalten.
Die Nina, die seit mindestens einem Jahr schon gar nicht mehr weiss wie ein Tag aussieht, an dem nichts zu tun ist, und der Daniel, der seit eineinhalb Jahren nichts anderes hat als Tage an denen nichts zu tun ist - da prallen Welten aufeinander.
Und die aeussern sich in allen Details. Tagesrhythmus, allgemeine Umgangsformen (Ich haette es zum Beispiel doch angebracht gefunden, dass ich vorgewarnt werde, dass besagtes Haus bereits verkauft wurde, und Daniel seit zwei Monaten in einem klapprigen Bus wohnt, bei dem die Vordertueren durch eine gespannte Schnur verschlossen werden und dessen Schiebetuer alle paar Benutzungsvorgaenge aus den Angeln springt.
Obwohl es vielleicht auch ein ganz kluger Schachzug gewesen war mir so etwas nicht zu sagen, mit manchen Situationen geht man doch am lockersten um wenn man einfach reingeworfen wird), oder auch - wichtig! - Reisevorstellungen.
Daniel wuerde eher wenig rumfahren, sich den ein oder andern ruhigen Ort suchen und dort fuer einige Zeit "chillen". Vielleicht waere das der optimale Weg, um den Nicaraguan Lifestyle aufzusaugen. Eine Moeglichkeit mal richtig abzuschalten. Vielleicht waere das der erholsamste Urlaub aller Zeiten.
Aber dazu hab ich keine Lust. Ich will das Land sehen, Leute kennenlernen, Abenteuer erleben, Regenwald sehen, Spanisch lernen... Rumhaengen kann ich auch daheim.
Bei zwei Tagen am Strand in der Naehe von Leon hatte ich Zeit Muse einen Plan zu erstellen, was ich hier alles tolles anstellen koennte. Der hat sich seitdem schon wieder etwa fuenfmal geaendert und sieht mittlerweile so aus, dass ich erst mal eine Woche in Leon bleib, dann hoffentlich der etwas ueberteuerte zweiwoechige Regenwald-Trip zustande kommt (da muessen sich genug Leute anmelden), dann nach Estelí, Grananda und Ometepe, und schauen dass ich da bei einer der oertlichen Volunteer-Angebote unterkomm. So oder aehnlich.
Seit gestern habe ich dem Chillemobil den Ruecken gekehrt, bin in einem Hostel in Leon und freu mich hauptsaechlich ueber Klo, fliessend Wasser und Duschgelegenheit (bei 35Grad zwar fast nutzlos, aber nicht zu unterschaetzen). Ab Freitag hab ich mich fuer einen Spanisch-Kurs angemeldet, Einzelunterricht und Unterkunft in einer Familie, da bin ich mal gespannt. (Der ist auch dringend noetig. Wenn sich meine Kolleginnen auf Spanisch unterhalten, versteh ich vielleicht etwa die Haelfte. Hier... kein Wort. Als haette einer mal mit dem Weichspueler ueber alle Konsonanten und Vokale druebergewaschen. Die einfachsten Saetze muessen sie mir zig mal wiederholen.)
Ich meld mich wenn's was neues gibt!
Ganz liebe Gruesse und einen riesig feucht-verschwitzten Druecker!!!
PS: Auch hier wurde St. Patrick´s Day gefeiert... :)
Donnerstag, 11. März 2010
Endspurt, Ergebnis und anderes
Morgen geht es schon auf nach Nicaragua, und ich hab schon ewig nichts mehr von mir hören lassen. Das lag nicht daran, dass nichts los war, sondern eher daran dass so viel los war, dass Bloggen in der Prioritätenliste ein bissl nach unten gerutscht ist.
Ich habe es tatsächlich geschafft, ich habe einen Tag vor Abgabeschluss meine Diplomarbeit abgegeben. Und übrigens auch jetzt das Ergebnis bekommen. Eine 2,0 falls das irgendjemanden interessiert. Im Moment der Bekanntgabe dachte ich mir „Was, eine 2,0?!? Da steckt so viel Herzblut, sehr viel Arbeit und so unglaublich viel Weisheit drin!“ Am Montag war Nachbesprechung und ich musste mir mein Werk doch nochmal ohne Selbstverklärung anschauen und einsehen: Da steckt schon auch viel Aufschieben auf den letzten Drücker, sehr viel „Ach, des passt jetzt scho so“ und so unglaublich viel Übermüdung drin. Ich denk ich kann doch ganz zufrieden sein…
Man sollte meinen dass ich nach Abgabe erst mal gefeiert hab wie blöd, aber nein, ich hab mir erst mal eine Blasenentzündung geholt, und dann stand ja die Theaterpremiere schon fast vor der Tür. Die English Drama Group, in der ich seit ein paar Semestern wieder mitspiel, hatte sich vorgenommen ein Musical zu spielen. (Noch dazu nicht irgendeines, sondern ein Harry Potter-Musical, von dem es weder Skript noch Noten gibt und all dieses erst aus den Youtube-Videos runtergehört werden musste.) Eigentlich wollt ich letztes Semester gar nicht mitmachen, aber ein Musical… da kann ich nicht Nein sagen. Also hatte ich eine Rolle. Und dann die Leitung des Chores. Und dann die der Solisten. Und die der Band. Wer meine musikalischen Fähigkeiten kennt, denkt sich jetzt „Woher kann denn die Nina sowas?“. Hm. Tut sie nicht. Oder tat sie nicht? Keine Ahnung, ich kann nur sagen, ich hab in dem Semester mehr über Musik gelernt als je zuvor, und wahrscheinlich auch mehr als über anmutige Bäume.
Ein tierischer Spaß, aber auch tierisch anstrengend, vor allem als einen Tag vor Generalprobe alles so lief als würde es zum ersten Mal geprobt. Außer das Zusammenspiel Chor-Band, das wurde an diesem Tag tatsächlich zum ersten Mal geprobt. Da hat wohl die musikalische Leitung etwas gepfuscht. Immer diese Grünschnäbel… Doch durch last minute-Zusatzproben und unglaublichen Enthusiasmus hat dann doch alles irgendwie geklappt. Und es war der Hammer! Alle Vorstellungen komplett ausverkauft und bis nur Lobeshymnen. Mag selektive Wahrnehmung sein, aber ich fands auch toll! :)
Seitdem galt meine Beschäftigung dem Auszug aus meiner alten Wohnung, bzw. der Vorbereitung meiner „Selbstbelohnung fürs Studium“, einer 3-monatigen Reise nach Nicaragua. Oder vielmehr – hätte gelten sollen. Der Hauptteil dieser beiden Missionen erfüllte sich wie immer in den letzten 1 ½ Wochen… Ich dacht ich könnt einen Tag vor Abreise einen „chilligen“ Tag machen, aber stattdessen haben wir heute ein Notquartier für meinen Kleiderschrank gefunden, die Wohnung übergabefertig gemacht, die Couch in die Schrottpresse gebracht – mein Herz blutet immer noch ein bisschen –, einen Rucksack für die Reise gekauft, Malaria-Tabletten abgeholt, eine Landkarte von Nicaragua gekauft… als wären in der Woche vorher keine Tage drin gewesen…
Als meine Eltern letzte Woche schon einen guten Teil meiner Habseligkeiten weggekarrt hatte hab ich hab gemerkt, dass ich mich auch mit nur der Hälfte meines Krams ganz wohlfühle. Nächstes Mal wenn ich umziehe passt alles in zwei Koffer! Ok, das wird mit E-Piano und Bett schon etwas schwierig. Aber alles was bei der ersten Fuhre nicht in Papas Bus reinpasst, kommt nicht mit! Mal schauen wie ich mich daran halte…
Wenigstens für die Reise konnte ich diese spartanische Einstellung schon anwenden: Mein gesamtes Gepäck beträgt gerade 12 Kilo und passt in einen 36Liter-Rucksack+Handtasche fürs Handgepäck. Und dabei hab ich 3 verschiedene Insektenschutzmittel und 5 Bücher dabei. (Ja, die brauch ich auch alle!)
So, mittlerweile ist es schon spät und ich muss in etwa 2 Stunden aufstehen um rechtzeitig am Flughafen zu sein. Dickes Entschuldigung bei allen, bei denen ich mich vor der Abfahrt noch melden wollte, es aber nicht mehr auf die Reihe gebracht habe: Keine böse Absicht, nur Verplantheit…
Ich drück euch und halt euch auf dem Laufenden! (Ich weiß noch nicht wirklich wie oft ich zum posten komm, aber ich versuchs hin und wieder.)
Besos!
Ich habe es tatsächlich geschafft, ich habe einen Tag vor Abgabeschluss meine Diplomarbeit abgegeben. Und übrigens auch jetzt das Ergebnis bekommen. Eine 2,0 falls das irgendjemanden interessiert. Im Moment der Bekanntgabe dachte ich mir „Was, eine 2,0?!? Da steckt so viel Herzblut, sehr viel Arbeit und so unglaublich viel Weisheit drin!“ Am Montag war Nachbesprechung und ich musste mir mein Werk doch nochmal ohne Selbstverklärung anschauen und einsehen: Da steckt schon auch viel Aufschieben auf den letzten Drücker, sehr viel „Ach, des passt jetzt scho so“ und so unglaublich viel Übermüdung drin. Ich denk ich kann doch ganz zufrieden sein…
Man sollte meinen dass ich nach Abgabe erst mal gefeiert hab wie blöd, aber nein, ich hab mir erst mal eine Blasenentzündung geholt, und dann stand ja die Theaterpremiere schon fast vor der Tür. Die English Drama Group, in der ich seit ein paar Semestern wieder mitspiel, hatte sich vorgenommen ein Musical zu spielen. (Noch dazu nicht irgendeines, sondern ein Harry Potter-Musical, von dem es weder Skript noch Noten gibt und all dieses erst aus den Youtube-Videos runtergehört werden musste.) Eigentlich wollt ich letztes Semester gar nicht mitmachen, aber ein Musical… da kann ich nicht Nein sagen. Also hatte ich eine Rolle. Und dann die Leitung des Chores. Und dann die der Solisten. Und die der Band. Wer meine musikalischen Fähigkeiten kennt, denkt sich jetzt „Woher kann denn die Nina sowas?“. Hm. Tut sie nicht. Oder tat sie nicht? Keine Ahnung, ich kann nur sagen, ich hab in dem Semester mehr über Musik gelernt als je zuvor, und wahrscheinlich auch mehr als über anmutige Bäume.
Ein tierischer Spaß, aber auch tierisch anstrengend, vor allem als einen Tag vor Generalprobe alles so lief als würde es zum ersten Mal geprobt. Außer das Zusammenspiel Chor-Band, das wurde an diesem Tag tatsächlich zum ersten Mal geprobt. Da hat wohl die musikalische Leitung etwas gepfuscht. Immer diese Grünschnäbel… Doch durch last minute-Zusatzproben und unglaublichen Enthusiasmus hat dann doch alles irgendwie geklappt. Und es war der Hammer! Alle Vorstellungen komplett ausverkauft und bis nur Lobeshymnen. Mag selektive Wahrnehmung sein, aber ich fands auch toll! :)
Seitdem galt meine Beschäftigung dem Auszug aus meiner alten Wohnung, bzw. der Vorbereitung meiner „Selbstbelohnung fürs Studium“, einer 3-monatigen Reise nach Nicaragua. Oder vielmehr – hätte gelten sollen. Der Hauptteil dieser beiden Missionen erfüllte sich wie immer in den letzten 1 ½ Wochen… Ich dacht ich könnt einen Tag vor Abreise einen „chilligen“ Tag machen, aber stattdessen haben wir heute ein Notquartier für meinen Kleiderschrank gefunden, die Wohnung übergabefertig gemacht, die Couch in die Schrottpresse gebracht – mein Herz blutet immer noch ein bisschen –, einen Rucksack für die Reise gekauft, Malaria-Tabletten abgeholt, eine Landkarte von Nicaragua gekauft… als wären in der Woche vorher keine Tage drin gewesen…
Als meine Eltern letzte Woche schon einen guten Teil meiner Habseligkeiten weggekarrt hatte hab ich hab gemerkt, dass ich mich auch mit nur der Hälfte meines Krams ganz wohlfühle. Nächstes Mal wenn ich umziehe passt alles in zwei Koffer! Ok, das wird mit E-Piano und Bett schon etwas schwierig. Aber alles was bei der ersten Fuhre nicht in Papas Bus reinpasst, kommt nicht mit! Mal schauen wie ich mich daran halte…
Wenigstens für die Reise konnte ich diese spartanische Einstellung schon anwenden: Mein gesamtes Gepäck beträgt gerade 12 Kilo und passt in einen 36Liter-Rucksack+Handtasche fürs Handgepäck. Und dabei hab ich 3 verschiedene Insektenschutzmittel und 5 Bücher dabei. (Ja, die brauch ich auch alle!)
So, mittlerweile ist es schon spät und ich muss in etwa 2 Stunden aufstehen um rechtzeitig am Flughafen zu sein. Dickes Entschuldigung bei allen, bei denen ich mich vor der Abfahrt noch melden wollte, es aber nicht mehr auf die Reihe gebracht habe: Keine böse Absicht, nur Verplantheit…
Ich drück euch und halt euch auf dem Laufenden! (Ich weiß noch nicht wirklich wie oft ich zum posten komm, aber ich versuchs hin und wieder.)
Besos!
Mittwoch, 16. Dezember 2009
So war's dann noch
Hallo ihr Lieben,
natürlich bin ich schon längst wieder daheim, aber seit ich hier bin überschlägt sich schon wieder alles. Mit der Diplomarbeit bin ich auf Jamaica nicht ganz so weit gekommen wie gewünscht, was irgendwie niemanden zu wundern scheint außer mir. Da geht wohl leider doch ein Punkt an die Spötter. Aber etwas Bräune und Sonne für den Winter und die nächsten eher stressigen Wochen zu speichern war vielleicht auch nicht falsch…
Um doch noch ein paar letzte Ereignisse zusammenzufassen:
Ich war ja schon mal meine Tante besuchen, vor 8 Jahren. Damals war ich mit meiner Mama dort, und meine Tante hat versucht uns möglichst viele tolle Sachen zu zeigen. Die schönsten Strände, Wasserfälle, Strände, Urwaldwanderung, karibische Bars und auch ab und zu einen Strand.
Dieses Mal lagen ja eher weniger touristische Absichten vor, also wurde weniger geplant und ich hab eher das Alltagsleben meiner Tante mitbekommen. Kleinzeug, Ausflug zum Mechaniker, zum Schreiner, zu Freundinnen meiner Tante… Jamaican day-to-day life.
Man bekommt einen ganz anderen Einblick. Auch ganz viele Schattenseiten. Mechaniker, die einem doppelt so viel abknöpfen, weil man weiß ist und wohlhabend aussieht... und nebenbei noch ein paar kleine Dinge am Wagen so demontieren, dass man sie auch sicher bald wieder beehren wird.
Klassengesellschaft. Umgang mit Angestellten. Der reicht von pseudo-freundlich bis deutlich herablassend. Eine ganz klare Abgrenzung zwischen denen die Personal haben und denen, die es sind. An dieser Stelle muss ich meiner Tante meinen ganz dicken Respekt aussprechen. Von allen, die ich mitbekommen habe, die einzige die diese Grenze verwischt. Ihre Haushälterin ist nicht ihre Angestellte sondern ihre „Helferin“. Und schon auch eine Freundin.
(Sie macht schon auch Unterschiede, aber die sind zwischen denen, mit denen man sich unterhalten kann, und denen, bei denen das eben weniger gut klappt.)
Die Oberschicht besteht aus Leuten aus wohlhabendem Hause (oft: Eltern hatten schon eine Plantage), Zugezogenen und denen, die sich hochgearbeitet haben. Die werden allerdings von einer bestimmten Schickeria nicht wirklich zur Oberschicht gezählt. Eine Freundin meiner Tante hat dieses Ordnungssystem als „Plantocracy“ bezeichnet.
In den ärmeren Familien haben Jugendliche meist sehr konkrete Zukunftspläne: Die Jungs wollen DJs werden und die Mädels setzen auf hübsch aussehen. (Ich weiß nicht wie der weitere Plan aussieht. Vielleicht einen reichen tollen Typen angeln. Davon gibt’s ja aber leider nicht so viele, sind ja alles arbeitslose DJs…). Man merkt, dass es hier sowas wie Wahrscheinlichkeitsrechnung nicht gibt…
Und meine Tante sagt noch „Es sollte einen Film geben, der zeigt, dass Bildung der einzige Weg ist, wie sie da rauskommen“. Am selben Abend haben wir im Kino einen Film gesehen, „Precious“, über ein Mädchen in Harlem aus furchtbaren Familienverhältnissen, die durch eine Sonderschule ihr Leben etwas in den Griff bekommt. (Streckenweise ganz schön heftig, aber wirklich gut! Den kann ich nur empfehlen.) Der trifft das Ganze auf den Kopf. Aber leider kam das beim Publikum nicht ganz so an, die haben sich den ganzen Film nur über die übergewichtige Schauspielerin kaputt gelacht. Schade…
Das klingt jetzt alles wenig beschaulich. So paradox das klingt… mir hat’s hier unglaublich gut getaugt! Die Natur, die Leute, die Stimmung… Alles etwas lockerer, alles etwas ungezwungener... (Ok, im Vergleich mit München schneiden da wrsl mehrere Orte besser ab.)
Nächstes Mal brauchts nicht nochmal acht Jahre bis ich wieder vorbeischau.
Jedenfalls... Ich hab Blut geleckt und die nächste Reise ist in Planung:
Nicaragua ab etwa Mitte März!
To be continued… :)
Aber jetzt heißt es erst mal Diplomarbeit fertig bekommen. Genau heut in 5 Wochen ist Abgabetermin. Drückt mir die Daumen!
Ich wünsch euch frohe Weihnachten, noch eine wunderschöne Zeit in diesem Jahr und ein noch wunderschöneres Jahr 2010!
PS: Ach ja, zur Rückreise... Nur so viel: Man kann bestimmte Höhepunkte in seine Reisen ganz einfach selbst inszenieren, indem man nur ganz kleine Kleinigkeiten vergisst. Wie Kreditkarten-PIN-Nummern. Oder Haustürschlüssel…
natürlich bin ich schon längst wieder daheim, aber seit ich hier bin überschlägt sich schon wieder alles. Mit der Diplomarbeit bin ich auf Jamaica nicht ganz so weit gekommen wie gewünscht, was irgendwie niemanden zu wundern scheint außer mir. Da geht wohl leider doch ein Punkt an die Spötter. Aber etwas Bräune und Sonne für den Winter und die nächsten eher stressigen Wochen zu speichern war vielleicht auch nicht falsch…
Um doch noch ein paar letzte Ereignisse zusammenzufassen:
Ich war ja schon mal meine Tante besuchen, vor 8 Jahren. Damals war ich mit meiner Mama dort, und meine Tante hat versucht uns möglichst viele tolle Sachen zu zeigen. Die schönsten Strände, Wasserfälle, Strände, Urwaldwanderung, karibische Bars und auch ab und zu einen Strand.
Dieses Mal lagen ja eher weniger touristische Absichten vor, also wurde weniger geplant und ich hab eher das Alltagsleben meiner Tante mitbekommen. Kleinzeug, Ausflug zum Mechaniker, zum Schreiner, zu Freundinnen meiner Tante… Jamaican day-to-day life.
Man bekommt einen ganz anderen Einblick. Auch ganz viele Schattenseiten. Mechaniker, die einem doppelt so viel abknöpfen, weil man weiß ist und wohlhabend aussieht... und nebenbei noch ein paar kleine Dinge am Wagen so demontieren, dass man sie auch sicher bald wieder beehren wird.
Klassengesellschaft. Umgang mit Angestellten. Der reicht von pseudo-freundlich bis deutlich herablassend. Eine ganz klare Abgrenzung zwischen denen die Personal haben und denen, die es sind. An dieser Stelle muss ich meiner Tante meinen ganz dicken Respekt aussprechen. Von allen, die ich mitbekommen habe, die einzige die diese Grenze verwischt. Ihre Haushälterin ist nicht ihre Angestellte sondern ihre „Helferin“. Und schon auch eine Freundin.
(Sie macht schon auch Unterschiede, aber die sind zwischen denen, mit denen man sich unterhalten kann, und denen, bei denen das eben weniger gut klappt.)
Die Oberschicht besteht aus Leuten aus wohlhabendem Hause (oft: Eltern hatten schon eine Plantage), Zugezogenen und denen, die sich hochgearbeitet haben. Die werden allerdings von einer bestimmten Schickeria nicht wirklich zur Oberschicht gezählt. Eine Freundin meiner Tante hat dieses Ordnungssystem als „Plantocracy“ bezeichnet.
In den ärmeren Familien haben Jugendliche meist sehr konkrete Zukunftspläne: Die Jungs wollen DJs werden und die Mädels setzen auf hübsch aussehen. (Ich weiß nicht wie der weitere Plan aussieht. Vielleicht einen reichen tollen Typen angeln. Davon gibt’s ja aber leider nicht so viele, sind ja alles arbeitslose DJs…). Man merkt, dass es hier sowas wie Wahrscheinlichkeitsrechnung nicht gibt…
Und meine Tante sagt noch „Es sollte einen Film geben, der zeigt, dass Bildung der einzige Weg ist, wie sie da rauskommen“. Am selben Abend haben wir im Kino einen Film gesehen, „Precious“, über ein Mädchen in Harlem aus furchtbaren Familienverhältnissen, die durch eine Sonderschule ihr Leben etwas in den Griff bekommt. (Streckenweise ganz schön heftig, aber wirklich gut! Den kann ich nur empfehlen.) Der trifft das Ganze auf den Kopf. Aber leider kam das beim Publikum nicht ganz so an, die haben sich den ganzen Film nur über die übergewichtige Schauspielerin kaputt gelacht. Schade…
Das klingt jetzt alles wenig beschaulich. So paradox das klingt… mir hat’s hier unglaublich gut getaugt! Die Natur, die Leute, die Stimmung… Alles etwas lockerer, alles etwas ungezwungener... (Ok, im Vergleich mit München schneiden da wrsl mehrere Orte besser ab.)
Nächstes Mal brauchts nicht nochmal acht Jahre bis ich wieder vorbeischau.
Jedenfalls... Ich hab Blut geleckt und die nächste Reise ist in Planung:
Nicaragua ab etwa Mitte März!
To be continued… :)
Aber jetzt heißt es erst mal Diplomarbeit fertig bekommen. Genau heut in 5 Wochen ist Abgabetermin. Drückt mir die Daumen!
Ich wünsch euch frohe Weihnachten, noch eine wunderschöne Zeit in diesem Jahr und ein noch wunderschöneres Jahr 2010!
PS: Ach ja, zur Rückreise... Nur so viel: Man kann bestimmte Höhepunkte in seine Reisen ganz einfach selbst inszenieren, indem man nur ganz kleine Kleinigkeiten vergisst. Wie Kreditkarten-PIN-Nummern. Oder Haustürschlüssel…
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