Ich bin dann aber doch nicht umgekehrt, sondern hab mich nach 9 Stunden Faehre, 2 Stunden Panga und 5 Stunden Busfahrt erst mal von Brian, Emily und Nicolas verabschiedet und meinem armen durchgeschuettelten Koerper einen Ruhetag in Juigalpa gegoennt. Der Lonely Planet liess auch es auch so klingen als waere Juigalpa doch sehenswert. (Blessed with an idyllic setting, Juigalpa is nestled on a high plateau peering into a golden valley quilted with rangeland carved by a crystalline river, and enclosed on allsides by looming Serrania Amerrisque, whose sheer granite faces, boulder-fringed mesas and layerd peaks are ripe for contemplation and adventure.)
Juigalpa ist ganz nett, aber mehr auch nicht. Ich mein, der Lonely Planet schmueckt ganz gern etwas arg blumig aus, und man denkt sich hinterher: Den Ort haett ich jetzt huebscher gefunden, wenn ich weniger hohe Erwartungen gehabt haette. Aber bei Juigalpa kam ich mir schon sehr vearscht vor.
Und nun scheinen sich auch die Wege von Michael und mir zu trennen, nicht aber ohne die Option uns eventuell nochmal in Granada oder Masaya zu treffen. Aber jetzt gehts erst mal zurueck nach El Castillo.
Eigentlich wollt ich auf der Finca bleiben und bissl mitarbeiten, aber irgendwie stoesst dieses Anliegen auf unglaeubige Gesichtsausdruecke. Erst als ich am Freitag die Finca zum ersten Mal seh versteh ich warum: Da wohnt keiner! Das ist einfach nur ein Stueck Land, auf das seine Besitzer ab und zu mal fahren um nach dem Rechten zu sehen, und da steht auch eine kleine Huette, aber mein Wunsch da fuer eine Woche zu bleiben hat sich damit auch schon. Aber ich werd einmal rumgefuehrt und darf missl mithelfen. Bissl Samen in die Erde druecken, das krieg ich noch hin. Allerdings schein ich sonst nicht von grosser Hilfe sein zu koennen.
El Castillo zeigt sich bei diesem zweiten Besuch etwas weniger romantisch, die Regenzeit hat naemlich angefangen, und ab und zu sieht man von seinem Balkon aus einfach nur eine Wahnsinnswasserwand, die einen fuer die naechsten Stunden im Hostel gefangenhaelt. Und so hatte auch Dan Browns Diabolus doch die Chance gelesen zu werden (wobei es jedem der auch nur eine halbe Kryptographie-Vorlesung gehoert hat dabei die Zehennaegel aufrollen muss...).
Und dann lag ich erst mal ein paar Tage flach. Ich verfiel gleich wieder etwas in Panik (Malaria? Dengue?), wurde aber von den Einheimischen beruhigt, dass hier jeder zu Beginn der Regenzeit krank wird. Gluecklicherweise sorgte die Hostelchefin dafuer, dass ich ab und zu was zu essen bekomm, und Yamil, mein Lieblingsrestaurantbesitzer aus El Castillo, spielte Ersatzmama und machte mir einen Riesenpott Huehnersuppe. Bei so viel liebevoller Fuersorge kann man sein Vegetariertum schon mal einen Tag ueber den Haufen werfen. Zwei Tage spaeter konnte ich mich dann bei Yamil revangieren indem ich den Laden gehuetet habe waehrend er mit einer Magenverstimmung im Bett lag.
Jetzt bin ich grad in Granada und werd mir in den naechsten Tagen noch Masaya und die Laguna de Apoyo ansehen. Und dann gehts auch schon langsam Heim...
Donnerstag, 20. Mai 2010
Little Corn Island
Corn Island... Corn Island... Corn Island...
Corn Island war einfach schoen. Ich weiss gar nicht unbedingt warum.
Der Strand ist nett, aber jetzt nicht unbedingt der schoenste den ich je gesehen haette, Essensauswahl ist begrenzt und vergleichsweise teuer, ausser Schwimmen, Schnorcheln, Tauchen, Schlafen und Essen gibts eigentlich nichts zu tun und 50% der rumspringenden Leute sind Touristen, am Oststrand (dem Badestrand) gehts sogar fast gegen 100% (ausser den 5 Hotelangestellten). Und da hielten auch wir uns den Grossteil unserer Zeit auf.
"Wir", das sind Emily und Brian, ein Paerchen aus Vermont, Nicolas, ein Quebecer, Jose aus Madrid und natuerlich Michael und meine Wenigkeit. Auf der Rio-Bootsfahrt kennengelernt und durch die Speedbootfahrt zusammengeschweisst hat sich so eine nette kleine Gruppe gebildet.
ATM gibts auf Little Corn nicht, d.h. Geld muss man schon vorher abheben, und zwar fuer etwas die doppelte Zeit die man eigentlich vorhat zu bleiben. Klar, dacht ich. Wenn man auf so Schmalspurstrandurlaub steht vielleicht. Mein Plan war etwa eine Woche zu bleiben. Vielleicht 10 Tage, falls ich einen Tauchkurs mache. Geblieben bin ich dann doch ueber zwei Wochen, ohne Tauchkurs. Einfach nur am Strand liegen und Buch lesen. Klingt langweilig, war herrlich. Vielleicht war das nach dem unruhigen letzten Jahr einfach mal dringend noetig.
Und jedesmal wenn wir uns ueberlegt hatten wir koennten langsam mal mit der naechsten Faehre weiterziehen, fand einer einen Grund noch laenger zu bleiben. Nicolas hat sich ein Nica-Maedel angelacht (bzw. ist angelacht worden), Michael setzt auf seinen Tauchschein gleich einen Fortgeschrittenenkurs drauf, Nina hat ihr Buch noch nicht durch, Jose hat eigentlich auch noch ein paar Tage Zeit und Brian und Emily hatten eh nicht vor hier unter zwei Wochen zu bleiben.
Nach ueber zwei Wochen haben wirs dann aber geschafft uns gemeinschaftlich aufzuraffen. Obwohl Nicolas und ich noch die folgenden zwei Bootsfahrten ueberlegten, ob wir nicht vielleicht doch nochmal umdrehen sollten...
Fragt mich nicht was ich an dieser Insel so finde. Ich weiss es nicht, aber ich wuerd echt gern nochmal hin.
Corn Island war einfach schoen. Ich weiss gar nicht unbedingt warum.
Der Strand ist nett, aber jetzt nicht unbedingt der schoenste den ich je gesehen haette, Essensauswahl ist begrenzt und vergleichsweise teuer, ausser Schwimmen, Schnorcheln, Tauchen, Schlafen und Essen gibts eigentlich nichts zu tun und 50% der rumspringenden Leute sind Touristen, am Oststrand (dem Badestrand) gehts sogar fast gegen 100% (ausser den 5 Hotelangestellten). Und da hielten auch wir uns den Grossteil unserer Zeit auf.
"Wir", das sind Emily und Brian, ein Paerchen aus Vermont, Nicolas, ein Quebecer, Jose aus Madrid und natuerlich Michael und meine Wenigkeit. Auf der Rio-Bootsfahrt kennengelernt und durch die Speedbootfahrt zusammengeschweisst hat sich so eine nette kleine Gruppe gebildet.
ATM gibts auf Little Corn nicht, d.h. Geld muss man schon vorher abheben, und zwar fuer etwas die doppelte Zeit die man eigentlich vorhat zu bleiben. Klar, dacht ich. Wenn man auf so Schmalspurstrandurlaub steht vielleicht. Mein Plan war etwa eine Woche zu bleiben. Vielleicht 10 Tage, falls ich einen Tauchkurs mache. Geblieben bin ich dann doch ueber zwei Wochen, ohne Tauchkurs. Einfach nur am Strand liegen und Buch lesen. Klingt langweilig, war herrlich. Vielleicht war das nach dem unruhigen letzten Jahr einfach mal dringend noetig.
Und jedesmal wenn wir uns ueberlegt hatten wir koennten langsam mal mit der naechsten Faehre weiterziehen, fand einer einen Grund noch laenger zu bleiben. Nicolas hat sich ein Nica-Maedel angelacht (bzw. ist angelacht worden), Michael setzt auf seinen Tauchschein gleich einen Fortgeschrittenenkurs drauf, Nina hat ihr Buch noch nicht durch, Jose hat eigentlich auch noch ein paar Tage Zeit und Brian und Emily hatten eh nicht vor hier unter zwei Wochen zu bleiben.
Nach ueber zwei Wochen haben wirs dann aber geschafft uns gemeinschaftlich aufzuraffen. Obwohl Nicolas und ich noch die folgenden zwei Bootsfahrten ueberlegten, ob wir nicht vielleicht doch nochmal umdrehen sollten...
Fragt mich nicht was ich an dieser Insel so finde. Ich weiss es nicht, aber ich wuerd echt gern nochmal hin.
Donnerstag, 22. April 2010
Auf hoher See
Die Fahrt von El Castillo nach San Juan del Norte war jetzt nicht wirklich eine Fahrt auf hoher See, vielmehr durch seichtes Gewaesser. Seicht deshalb weil Trockenzeit. Wenn der Fluss voll genug ist und man mit beiden Motoren fahren kann, ist die Strecke in 4 bis 5 Stunden machbar. Mit nur einem Motor dauerts doppelt so lang. Oder auch noch laenger, weil man um alle Untiefen rumnavigieren muss. Vor Abfahrt ging sogar das Geruecht rum, dass man eventuell beim Boot schieben helfen muss, falls es steckenbleibt. Und das sollte kein Geruecht bleiben...
Das Ganze hat natuerlich den Vorteil, dass man bei der Geschwindigkeit bestimmt keine Probleme mit Seekrankheit bekommen kann. Und man kann noch mehr Fotos von Baeumen machen. :) Und auch Fotos von Leuten die das Bott anschieben. Aber werd so frech Fotos macht darf auch ganz schnell selber mithelfen...
Nach 10,5 Stunden waren wir aber dann doch endlich in San Juan del Norte und alle Weissnasen rotteten sich zusammen um ein Hostel und ein Abendessen zu finden.
Genau die gleichen Nasen sassen dann auch alle gestern Morgen im Boot von San Juan nach Bluefields, und keiner von uns hatte auch nur geahnt wie diese Fahrt ablaufen wuerde. Mit einer Stunde Verspaetung kam ein Speedboot fuer etwa 20 Personen angefahren und sammelte uns ein. Und noch hatte ich keine Ahnung warum sich alle sofort in den hinteren Raengen platzierten und land so in der ersten Reihe. Nach ein paar Metern werde ich gefragt ob ich mich nicht weiter nach hinten sitzen moechte, vorne wuerde es etwas staerker hoppeln. Da die ersten paar Meter aber so harmlos gewesen waren, hoer ich mich sagen: "No hace nada". Macht nix. Grober Fehler.
Denn dann gings erst richtig los...
Speedboot auf offener See, das ist wie Achterbahn fahren. Und jeder, der weiss wie gern ich Achterbahn fahre, kann sich vorstellen was ich da fuer einen Spass hatte.
Wir fragten recht bald nach: Das ist nur am Anfang so wild, oder? Ne, das geht jetzt die naechsten vier Stunden so...
Also versuchten wir uns einerseits am Sitz festzukrallen und uns nach vorn so mit den Fuessen abzustemmen, dass uns die groesseren Wellen, die einen kurz aus dem (ungepolsterten!) Sitz heben und mit Schmackes wieder auf diesen zurueckprallen lassen, nicht ganz so hart zusetzen.
Dieser Spass wurde nur noch dadurch gesteigert, dass ich - unwissend was auf mich zukommen wuerde - an diesem Tag einen Rock und einen Tanga anhatte (was bei jeder anderen Bootsfahrt kein Problem gewesen waere!). Und Michael konnte sich nicht mal drueber lustig machen, da der ebenso von falschen Vorstellungen ausgehend untenrum nur seine Badeshorts trug und beim harten Aufsetzen nach grossen Wellen doch noch ein Stueck mehr zu leiden hatte...
Nina: Meine groesste Panik ist grad, dass es mich aus dem Boot schmeisst.
Nicloas: Nicht so wild, dafuer hst du ja die Schwimmweste an.
Michael: Ich glaub nicht, dass es physikalisch moeglich ist aus dem Boot zu fliegen.
Nina: Ich hab keine Ahnung von Physik, aber der Koffer da vorne unterstuetzt die These nicht unbedingt.
Michael: Gut, der huepft etwas, aber ich glaub nicht, dass er rausfallen kann.
In diesem Moment eine grosse Welle und den Koffer hebts einen halben Meter in die Hoehe...
Nach etwa eineinhalb Stunden wurde mir abermals ein Sitz weiter hinten angeboten. Mit Rock ueber alle Sitzlehnen nach hinten steigen? Egal, jetzt kennt eh schon jeder meinen Poppes. Und nochmal schlag ich dieses Angebot nicht aus. Und hinten ist es wirklich weitaus angenehmer und meine Muskeln duerfen sich etwas entspannen.
Trotzdem tut mir heut alles weh, da kann kein Vulkanwanderungsmuskelkater mithalten. Heut gibts eine Runde Schmerztabletten fuer alle.
Jetzt sind wir in Bluefields. Es ist zwar ganz nett aus so einem Kaff wie El Castillo, indem man denselben Leuten zwangsweise sechsmal am Tag ueber den Weg laeuft, wieder in einen groesseren Ort zu kommen, aber Bluefields wird definitiv keiner meiner Favoriten. Eine Stadt, bei der einem keiner sagen muss, dass man nachts besser zu Hause bleibt.
Aber schon heut nachmittag gehts weiter zu den Corn Islands, genauer gesagt Little Corn Island, einer Insel, um die man in einer Stunde komplett rumlaufen kann und haupsaechlich fuer seine Sandstraende, Mangobaeume, aber vor allem seine faszinierende Unterwasserlandschaft aufgesucht wird.
Das klingt doch nett.
Ich drueck euch und meld mich wieder wenn ich hoffentlich mit einer anstaendigen Ganzkoerperbraeune aufs Festland zurueckkehre! :)
Das Ganze hat natuerlich den Vorteil, dass man bei der Geschwindigkeit bestimmt keine Probleme mit Seekrankheit bekommen kann. Und man kann noch mehr Fotos von Baeumen machen. :) Und auch Fotos von Leuten die das Bott anschieben. Aber werd so frech Fotos macht darf auch ganz schnell selber mithelfen...
Nach 10,5 Stunden waren wir aber dann doch endlich in San Juan del Norte und alle Weissnasen rotteten sich zusammen um ein Hostel und ein Abendessen zu finden.
Genau die gleichen Nasen sassen dann auch alle gestern Morgen im Boot von San Juan nach Bluefields, und keiner von uns hatte auch nur geahnt wie diese Fahrt ablaufen wuerde. Mit einer Stunde Verspaetung kam ein Speedboot fuer etwa 20 Personen angefahren und sammelte uns ein. Und noch hatte ich keine Ahnung warum sich alle sofort in den hinteren Raengen platzierten und land so in der ersten Reihe. Nach ein paar Metern werde ich gefragt ob ich mich nicht weiter nach hinten sitzen moechte, vorne wuerde es etwas staerker hoppeln. Da die ersten paar Meter aber so harmlos gewesen waren, hoer ich mich sagen: "No hace nada". Macht nix. Grober Fehler.
Denn dann gings erst richtig los...
Speedboot auf offener See, das ist wie Achterbahn fahren. Und jeder, der weiss wie gern ich Achterbahn fahre, kann sich vorstellen was ich da fuer einen Spass hatte.
Wir fragten recht bald nach: Das ist nur am Anfang so wild, oder? Ne, das geht jetzt die naechsten vier Stunden so...
Also versuchten wir uns einerseits am Sitz festzukrallen und uns nach vorn so mit den Fuessen abzustemmen, dass uns die groesseren Wellen, die einen kurz aus dem (ungepolsterten!) Sitz heben und mit Schmackes wieder auf diesen zurueckprallen lassen, nicht ganz so hart zusetzen.
Dieser Spass wurde nur noch dadurch gesteigert, dass ich - unwissend was auf mich zukommen wuerde - an diesem Tag einen Rock und einen Tanga anhatte (was bei jeder anderen Bootsfahrt kein Problem gewesen waere!). Und Michael konnte sich nicht mal drueber lustig machen, da der ebenso von falschen Vorstellungen ausgehend untenrum nur seine Badeshorts trug und beim harten Aufsetzen nach grossen Wellen doch noch ein Stueck mehr zu leiden hatte...
Nina: Meine groesste Panik ist grad, dass es mich aus dem Boot schmeisst.
Nicloas: Nicht so wild, dafuer hst du ja die Schwimmweste an.
Michael: Ich glaub nicht, dass es physikalisch moeglich ist aus dem Boot zu fliegen.
Nina: Ich hab keine Ahnung von Physik, aber der Koffer da vorne unterstuetzt die These nicht unbedingt.
Michael: Gut, der huepft etwas, aber ich glaub nicht, dass er rausfallen kann.
In diesem Moment eine grosse Welle und den Koffer hebts einen halben Meter in die Hoehe...
Nach etwa eineinhalb Stunden wurde mir abermals ein Sitz weiter hinten angeboten. Mit Rock ueber alle Sitzlehnen nach hinten steigen? Egal, jetzt kennt eh schon jeder meinen Poppes. Und nochmal schlag ich dieses Angebot nicht aus. Und hinten ist es wirklich weitaus angenehmer und meine Muskeln duerfen sich etwas entspannen.
Trotzdem tut mir heut alles weh, da kann kein Vulkanwanderungsmuskelkater mithalten. Heut gibts eine Runde Schmerztabletten fuer alle.
Jetzt sind wir in Bluefields. Es ist zwar ganz nett aus so einem Kaff wie El Castillo, indem man denselben Leuten zwangsweise sechsmal am Tag ueber den Weg laeuft, wieder in einen groesseren Ort zu kommen, aber Bluefields wird definitiv keiner meiner Favoriten. Eine Stadt, bei der einem keiner sagen muss, dass man nachts besser zu Hause bleibt.
Aber schon heut nachmittag gehts weiter zu den Corn Islands, genauer gesagt Little Corn Island, einer Insel, um die man in einer Stunde komplett rumlaufen kann und haupsaechlich fuer seine Sandstraende, Mangobaeume, aber vor allem seine faszinierende Unterwasserlandschaft aufgesucht wird.
Das klingt doch nett.
Ich drueck euch und meld mich wieder wenn ich hoffentlich mit einer anstaendigen Ganzkoerperbraeune aufs Festland zurueckkehre! :)
Nina im Regenwald
Das Boot nach El Castillo war weitaus angenehmer, das tuckert so gemuetlich vor sich hin und man hat geug Zeit sich umzusehen und zu beobachten wie der Wald an den Ufern immer dichter wird, nur ab und zu schaut eine Kuhwiesen zwischendrin hervor.
Am ersten Tag in El Castillo ziehen wir los um in Erfahrung zu bringen was hier so an Regenwaldtouren gibt. Und es scheint nur einen Fuehrer zu geben der mehrtaegige Touren anbietet (mit dem Kayak den Fluss runter!), und er will einen Haufen Geld dafuer. Was nicht ganz so das Probelm waere, wenn uns der Typ etwas sympatischer waer und nicht den Eindruck machen wuerde als wollt er uns ueber den Tisch ziehen. Das will gut ueberdacht werden...
Ich konnte Michael ueberreden, dass wir uns eine Nacht in der Sábalos Lodge goennen, den netten Haeuschen die ich vom Boot aus gesehen hatte. Wir bekamen eine kleine Huette mit eigener Terasse inklusive Haengematte und mit eigenem Bad inklusive Skorpion.
Nach dem Abendessen sassen wir etwas mit Yaro, dem Bezitzer der Sábalos Lodge, einem sehr freundlichen ruhigen aelteren Herren zusammen, und hoerten uns seine Tourenangebote an. Auch er hat eine fuenftaegige Tour von El Castillo nach San Juan del Norte, hauptsaechlich mit dem Kajak mit kleinen Waldwanderabstechern, so ziemlichn deckungsgleich mit der Tour unseres Herren aus El Castillo. Wie wir am naechsten Tag erfahren, ist das auch das Angebot eines dritten Fuehrers in Sábalos, alle preislich im selben Rahmen. Und alle scheitern an der Teilnehmerzahl: Man braucht mindestens drei bis vier Leute, und Michael gibt sein Erspartes lieber fuer einen Tauchkurs auf den Corn Islands aus, also steh ich allein auf weiter Flur.
Man koennte auch klein anfangen und erst mal ein paar Stunden Kajak fahren, bevor man beschliesst sowas fast eine Woche machen zu wollen. Vor allem wenn man noch nie Kajak gefahren ist. Also haben wir uns fuer einen Nachmittag ein Kajak geliehen und sind ein bisschen einen kleinen Flussarm entlang gepaddelt. Oh, was ein Spass. Ok, ohne Wind und ohne Stromschnellen, oder uberhaupt ohne Stroemung, ist das wahrscheinlich auch keine grosse Kunst. Und nach fuenf Stunden merkt man doch auch welche Armmuskeln man sonst eher weniger verwendet.
Trotzdem, das Kajaken hats mir angetan, vielleicht hab ich auf meinem Rueckweg ja Glueck.
Und natuerlich muss auch eine Wanderung sein, die gabs am Tag drauf. Dabei erfuhren wir, dass es gar nicht moeglich ist eine Tour tiefer in den Wald hinein zu machen, da nur die Randbereiche teilweise zugeanglich gemacht wurden, und die inneren Gebiete nur zu Forschungszwecken mit Genehmigung betretbar sind. Schade fuer den Touristen, schoen fuer den Wald.
Ach ja, der Wald! "Richtig" Regenwald hab ich erst bei dieser Fuehrung gesehen. Unsere Fuehrerin musste denken in Deutschland gibts keine Baeume: Ich glaub ich hab von jedem Baum ein Foto gemacht. Oh, ich haett doch Arboristik studieren sollen... Ne, vielleicht nicht, daheim kenn ich grad mal Linden und Kastanien, und der Rest teilt sich in "mit Nadeln" und "mit Blaettern", das sind wohl nicht die besten Voraussetzungen. Trotzdem, Baeume sind toll. Die koennt ich hier stundenlang anschauen. Wenn ich zwischendrin nicht von Moskitos aufgefressen wuerde.
Ich moecht hier noch laenger bleiben. Aber nachdem mir jetzt alle so von den Corn Islands vorgeschwaermt haben, mach ich dorthin jetzt noch einen kurzen Abstecher, bevor ich nach El Castillo zurueckkehre und schau ob ich hier irgendwo fuer ein bis zwei Wochen arbeiten kann.
Am ersten Tag in El Castillo ziehen wir los um in Erfahrung zu bringen was hier so an Regenwaldtouren gibt. Und es scheint nur einen Fuehrer zu geben der mehrtaegige Touren anbietet (mit dem Kayak den Fluss runter!), und er will einen Haufen Geld dafuer. Was nicht ganz so das Probelm waere, wenn uns der Typ etwas sympatischer waer und nicht den Eindruck machen wuerde als wollt er uns ueber den Tisch ziehen. Das will gut ueberdacht werden...
Ich konnte Michael ueberreden, dass wir uns eine Nacht in der Sábalos Lodge goennen, den netten Haeuschen die ich vom Boot aus gesehen hatte. Wir bekamen eine kleine Huette mit eigener Terasse inklusive Haengematte und mit eigenem Bad inklusive Skorpion.
Nach dem Abendessen sassen wir etwas mit Yaro, dem Bezitzer der Sábalos Lodge, einem sehr freundlichen ruhigen aelteren Herren zusammen, und hoerten uns seine Tourenangebote an. Auch er hat eine fuenftaegige Tour von El Castillo nach San Juan del Norte, hauptsaechlich mit dem Kajak mit kleinen Waldwanderabstechern, so ziemlichn deckungsgleich mit der Tour unseres Herren aus El Castillo. Wie wir am naechsten Tag erfahren, ist das auch das Angebot eines dritten Fuehrers in Sábalos, alle preislich im selben Rahmen. Und alle scheitern an der Teilnehmerzahl: Man braucht mindestens drei bis vier Leute, und Michael gibt sein Erspartes lieber fuer einen Tauchkurs auf den Corn Islands aus, also steh ich allein auf weiter Flur.
Man koennte auch klein anfangen und erst mal ein paar Stunden Kajak fahren, bevor man beschliesst sowas fast eine Woche machen zu wollen. Vor allem wenn man noch nie Kajak gefahren ist. Also haben wir uns fuer einen Nachmittag ein Kajak geliehen und sind ein bisschen einen kleinen Flussarm entlang gepaddelt. Oh, was ein Spass. Ok, ohne Wind und ohne Stromschnellen, oder uberhaupt ohne Stroemung, ist das wahrscheinlich auch keine grosse Kunst. Und nach fuenf Stunden merkt man doch auch welche Armmuskeln man sonst eher weniger verwendet.
Trotzdem, das Kajaken hats mir angetan, vielleicht hab ich auf meinem Rueckweg ja Glueck.
Und natuerlich muss auch eine Wanderung sein, die gabs am Tag drauf. Dabei erfuhren wir, dass es gar nicht moeglich ist eine Tour tiefer in den Wald hinein zu machen, da nur die Randbereiche teilweise zugeanglich gemacht wurden, und die inneren Gebiete nur zu Forschungszwecken mit Genehmigung betretbar sind. Schade fuer den Touristen, schoen fuer den Wald.
Ach ja, der Wald! "Richtig" Regenwald hab ich erst bei dieser Fuehrung gesehen. Unsere Fuehrerin musste denken in Deutschland gibts keine Baeume: Ich glaub ich hab von jedem Baum ein Foto gemacht. Oh, ich haett doch Arboristik studieren sollen... Ne, vielleicht nicht, daheim kenn ich grad mal Linden und Kastanien, und der Rest teilt sich in "mit Nadeln" und "mit Blaettern", das sind wohl nicht die besten Voraussetzungen. Trotzdem, Baeume sind toll. Die koennt ich hier stundenlang anschauen. Wenn ich zwischendrin nicht von Moskitos aufgefressen wuerde.
Ich moecht hier noch laenger bleiben. Aber nachdem mir jetzt alle so von den Corn Islands vorgeschwaermt haben, mach ich dorthin jetzt noch einen kurzen Abstecher, bevor ich nach El Castillo zurueckkehre und schau ob ich hier irgendwo fuer ein bis zwei Wochen arbeiten kann.
Eine Insel mit zwei Vulkanen
Die Pausen zwischen diversen Blogeintraegen werden gerade zwangslaeufig etwas groesser, da ausserhalb der groesseren Staedte sich das Internet (wie auch fliessend Wasser) etwas rarer macht. Und das wird sich wahrscheinlich auch sobald nicht bessern. But first things first...
Nach kurzen Zwischenstopps in Granada und Masaya (Masaya statt Managua, weil uns das vom Busfahrer waermstens ans Herz gelegt worden war) gings mit der Faehre nach Ometepe, einer Insel im Lago de Nicaragua, hauptsaechlich bestehend aus zwei Vulkanen in recht idyllischer Umgebung. Und sogar einem wirklich guten Italiener. Der Dichte meiner Landsmaenner nach zu urteilen ist das hier wohl Traumziel aller Deutschen. Wir haben schon analysiert, dass fuer Amerikaner eine Lokalitaet Meer und Sandstrand aufweisen muss um Traumzielstatus zu erhalten. Dafuer ist fuer die der Italiener nicht so wichtig.
Nachdem ich ja schon seit fast einem Monat auf keinem Vulkan mehr war, wirds langsam mal wieder Zeit. Ist ja hier fast eine Art Nationalsport. (Nicht wirklich wahr, ich glaub Einheimische koennen nicht unbedingt nachvollziehen warum Menschen freiwillig einfach so auf einen Vulkan draufklettern, nur zum Spass.)
Concepcion ist der etwas aktivere der beiden Herrschaften, deswegen darf man nur zu zwei Dritteln rauf. Man findet zwar genug Fuehrer, die einen illegalerweise doch auch bis ganz nach oben bringen, aber das ist bissl gefaehrlich, da kann einem schon mal ein Stein auf den Kopf fliegen.
Also lieber Maderas, der ist etwas kleiner, aber den darf man ganz hoch. Ich hatte etwas Pech mit dem Wetter - Wolken, Regen, Schlamm, schlechte Sicht - aber egal: Im Matsch teilweise auf allen Vieren in der Gegend rumzukraxeln, was fuer ein Riesenspass! Und diesmal ohne Hinzufallen. :)
Radeln hab ich hier auch ausprobiert, aber bei den Strassen von Ometepe bedarf es ein gewisses Minimum an Mountenbikeerfahrung, die mir leider fehlt. Und ich fuercht das ist einfach auch nix fuer mich: Ich schieb jeden Berg hoch und brems runter, und ausserdem krieg ich Panik bei jedem auf dem Weg liegenden Stein (besagte Kniewunden meiner Vergangenheit beruhten meist auf Fahrrad+Rollsplit-Kombinationen - Traumata fuers Leben...). Aber auch dieses wurde ohne Sturz ueberlebt.
Nicht allerdings der einfache Weg einen Huegel runter vom Hostel weg. Ich werd nie Modellbeine haben.
So huebsch Ometepe sein mag, nach ein paar Tagen hat man das Gefuehl auch schon alles gesehen zu haben, und ich will langsam endlich zum Rio San Juan. Und von diesem trennte mich nur noch eine neunstuendige Bootfahrt nach San Carlos. Eine die mir die ersten drei Stunden mal zeigen wollte, wie mein Magen auf Seegang reagieren kann.
Von San Carlos kann man definitiv behaupten in drei Stunden die gesamte Stadt gesehen und ihre Vorzuege (ATM, Internet, kleinere Besorgungen) genutzt haben zu koennen. Trotzdem goennten wir uns nach dieser Fahrt eine Uebernachtung dort, bevor wir uns ins naechste Boot nach El Castillo wagten.
Nach kurzen Zwischenstopps in Granada und Masaya (Masaya statt Managua, weil uns das vom Busfahrer waermstens ans Herz gelegt worden war) gings mit der Faehre nach Ometepe, einer Insel im Lago de Nicaragua, hauptsaechlich bestehend aus zwei Vulkanen in recht idyllischer Umgebung. Und sogar einem wirklich guten Italiener. Der Dichte meiner Landsmaenner nach zu urteilen ist das hier wohl Traumziel aller Deutschen. Wir haben schon analysiert, dass fuer Amerikaner eine Lokalitaet Meer und Sandstrand aufweisen muss um Traumzielstatus zu erhalten. Dafuer ist fuer die der Italiener nicht so wichtig.
Nachdem ich ja schon seit fast einem Monat auf keinem Vulkan mehr war, wirds langsam mal wieder Zeit. Ist ja hier fast eine Art Nationalsport. (Nicht wirklich wahr, ich glaub Einheimische koennen nicht unbedingt nachvollziehen warum Menschen freiwillig einfach so auf einen Vulkan draufklettern, nur zum Spass.)
Concepcion ist der etwas aktivere der beiden Herrschaften, deswegen darf man nur zu zwei Dritteln rauf. Man findet zwar genug Fuehrer, die einen illegalerweise doch auch bis ganz nach oben bringen, aber das ist bissl gefaehrlich, da kann einem schon mal ein Stein auf den Kopf fliegen.
Also lieber Maderas, der ist etwas kleiner, aber den darf man ganz hoch. Ich hatte etwas Pech mit dem Wetter - Wolken, Regen, Schlamm, schlechte Sicht - aber egal: Im Matsch teilweise auf allen Vieren in der Gegend rumzukraxeln, was fuer ein Riesenspass! Und diesmal ohne Hinzufallen. :)
Radeln hab ich hier auch ausprobiert, aber bei den Strassen von Ometepe bedarf es ein gewisses Minimum an Mountenbikeerfahrung, die mir leider fehlt. Und ich fuercht das ist einfach auch nix fuer mich: Ich schieb jeden Berg hoch und brems runter, und ausserdem krieg ich Panik bei jedem auf dem Weg liegenden Stein (besagte Kniewunden meiner Vergangenheit beruhten meist auf Fahrrad+Rollsplit-Kombinationen - Traumata fuers Leben...). Aber auch dieses wurde ohne Sturz ueberlebt.
Nicht allerdings der einfache Weg einen Huegel runter vom Hostel weg. Ich werd nie Modellbeine haben.
So huebsch Ometepe sein mag, nach ein paar Tagen hat man das Gefuehl auch schon alles gesehen zu haben, und ich will langsam endlich zum Rio San Juan. Und von diesem trennte mich nur noch eine neunstuendige Bootfahrt nach San Carlos. Eine die mir die ersten drei Stunden mal zeigen wollte, wie mein Magen auf Seegang reagieren kann.
Von San Carlos kann man definitiv behaupten in drei Stunden die gesamte Stadt gesehen und ihre Vorzuege (ATM, Internet, kleinere Besorgungen) genutzt haben zu koennen. Trotzdem goennten wir uns nach dieser Fahrt eine Uebernachtung dort, bevor wir uns ins naechste Boot nach El Castillo wagten.
Mittwoch, 7. April 2010
Fotos im Allgemeinen
Es gibt zwei Gegenstaende, bei denen ich laenger gehadert habe ob ich sie mitnehmen soll oder nicht.
Der eine ist mein Laptop. Und wenn ich gewusst haette dass es hier wirklich in so ziemlich jeder Jugendherberge schnelles, kostenloses W-Lan gibt, haette ich ihn vielleicht mitgenommen (obwohl ich doch jedesmal wenn die meinen Rucksack unsanft aufs Busdach schmeissen froh bin, dass ich es nicht getan hab). Deswegen muss ich vor Einfuegen der Bilder erst einige Zeit -zusaetzlich zum Schreiben- im Internetcafé verbringen und erst mit Paint die Bilder auf ein akzeptables Format verkleinern. Man moege mir deshalb nachsehen, dass das ab und zu etwas laenger braucht. Fotos werden kommen (ungewohnterweise mach ich grad tatsaechlich ab und zu welche).
Der zweite Gegenstand ist mein Epiliergeraet. Aber laut einer Deutschen, die ihren mitgenommen hat, funktioniert der wegen des Spannungsunterschieds oder so hier eh nicht. Jetzt komm ich halt als haariges Baerchen zurueck.
Der eine ist mein Laptop. Und wenn ich gewusst haette dass es hier wirklich in so ziemlich jeder Jugendherberge schnelles, kostenloses W-Lan gibt, haette ich ihn vielleicht mitgenommen (obwohl ich doch jedesmal wenn die meinen Rucksack unsanft aufs Busdach schmeissen froh bin, dass ich es nicht getan hab). Deswegen muss ich vor Einfuegen der Bilder erst einige Zeit -zusaetzlich zum Schreiben- im Internetcafé verbringen und erst mit Paint die Bilder auf ein akzeptables Format verkleinern. Man moege mir deshalb nachsehen, dass das ab und zu etwas laenger braucht. Fotos werden kommen (ungewohnterweise mach ich grad tatsaechlich ab und zu welche).
Der zweite Gegenstand ist mein Epiliergeraet. Aber laut einer Deutschen, die ihren mitgenommen hat, funktioniert der wegen des Spannungsunterschieds oder so hier eh nicht. Jetzt komm ich halt als haariges Baerchen zurueck.
Eine Woche Miraflor
Eigentlich wussten wir schon so grob was auf uns zukommen wuerde: Ein Haus in den Bergen, ohne fliessend Wasser, ohne Strom. Back to the roots, klingt eigentlich ganz wild-romantisch. Immer wenn ich an so leicht eingefallene Haeusern mit Wellblechdach obendrauf vorbeifahre, frag ich mich wie es wohl sein muss in sowas zu wohnen.
Und in eben so einem waren wir letzte Woche untergebracht.


Eine fuenfkoepfige Familie, irgendwo in den Bergen, ohne Bad, ohne Kuehlschrank, und im ersten Moment auch nicht wirklich mit etwas, was ich als Kueche verstanden haette..
Was ich da zuerst erlebt habe kann man wohl am Besten mit einem Kulturschock beschreiben. Das Wort kannte ich eigentlich schon vorher, aber ich glaub es wird im Allgemeinen etwas inflationaer gebraucht. Ich sass irgendwann am ersten Tag mittags auf meinem Bett, fing an zu weinen und waer am Liebsten sofort abgehauen, in ein Hotel mit Himmelbett, Badewanne und irgendeinem Luxusschwachsinn wie Spitzenvorhaengen und Fernseher. Eine Reaktion, von der ich selbst total ueberrascht war. Und auf die ich auch absolut nicht stolz bin.
Ich war gottfroh dass Michael da war. Erstens weil er Spanisch spricht und ich sonst wahrscheinlich nur ein Drittel der Geschichten der Familie verstanden haette. Nicas verschlucken gerne alle s oder lassen auch gern mal den letzten Teil eines Wortes einfach weg. Da hat sogar Michael trotz mexikanischer Mama manchmal Probleme alles zu verstehen. Und zweitens einfach nur um nicht allein zu sein.
Unsere Aufgabe war es einfach nur, etwas im Haushalt mitanzupacken. Als wir schon morgens beim Tortilla machen das Gefuehl hatten den Fruehstuecksvorbereitungsprozess eher auszubremsen, waren wir von unserem Hilfspotential noch nicht sehr ueberzeugt. Umso netter war es dann, wenigstens beim Garten giessen nuetzlich sein zu koennen. Das artet doch in eine groessere Aktion aus, wenn man fuer jeden Kuebel erst mal runter zum Brunnen springen muss. Bryan, der aelteste Spross von 7 Jahre, hat sich hierbei als vollendeter Gentleman erwiesen, bog mir Bananenblaetter aus dem Weg und bestand darauf, dass ich den kleinsten Eimer trage.
Am zweiten Tag durften doch sogar schon einige meiner Tortillas auf die heisse Platte ohne von Lesvia nachbearbeitet zu werden. Da war dann auch der groesste Teil meines sonnigen Gemuetszustandes schon wieder hergestellt, so dass ich mich sogar mit der morgentlichen Dusche am eiskalten Brunnen anfreunden konnte.






Spaetestens am dritten Tag war klar, dass wir gerne noch ein wenig bleiben wollten, und auch der Familie war das recht.
Fuer Ostern wurden Tamales zubereitet, ein Maisbrei, die in Bananenblaetter eingeschnuert und dann gekocht wird. Der Mais wird dafuer vorher laengere Zeit in Asche eingelegt. Ich muss noch rausfinden fuer was das gut ist, das hatte ich nicht ganz kapiert. Ich moecht echt wissen wie viele Kilo Mais wir gewaschen haben, das nahm kein Ende...
Hier waren die hoechsten Feiertage Donnerstag und Freitag, und wir wurden gefragt ob wir mit zum Gottesdienst moechten. Da aber Michael grosse Bedenken hatte, dass seine Haut beim Betreten einer Kirche eventuell zu brennen anfangen koennte, zogen wir es vor am Karfreitag -anstatt vier Stunden Prozessionsumzug in der Sonne-

lieber ein paar Stunden mit Lesvia in der Sonne Kuhmist zusammenkratzten um daraus Duenger herzustellen.
Und das alles, kiloweise Mais waschen, zwanzig Mal am Tag zum Brunnen springen, dreimal am Tag warme Mahlzeiten fuer viele hungrige Menschen vorbereiten (alles frisch per Hand, gibt ja keinen Kuehlschrank)... das sind ja keine Arbeiten, die die sich ausdenken, damit die armen Stadtkinder was zu tun haben. Das macht die gute Frau sonst einfach hauptsaechlich alles allein.
Schon sehr ungewohnt, wenn man als verwoehnter Schreibtischstudent, dessen Kochrepertoire kein Gericht enthaelt fuer das mehr als 20 Minuten Kuechenarbeit notwendig waeren, in eine Welt stolpert, in der jede Aufgabe mit koerperlicher Arbeit verbunden ist.
Wenn allerdings das Essen vorbereitet, Holz geholt, der Garten gegossen und die Waesche gewaschen ist, ist dafuer aber auch schon das Tagwerk getan. Und dann kehrt eine Art Ruhe ein, so ruhig wie diese gesamte verlassene Gegend. Irgendwie schoen. Und ganz anders.



Manche Dinge sind dagegen genauso wie daheim. Kleine Kinder die mit grosser Wichtigkeit verkuenden dass sie jetzt Puhpuh muessen und danach mit runtergelassenen Hosen in der Gegend rumspringen und sich auffuehren wie die Koenige der Welt sind immer grosses Kino. Abends mit einer Gitarre zusammensitzen ist immer gemuetlich. Und alle Babys riechen nach Baby.






Nach der Woche ist einem der Abschied dann doch fast etwas schwer gefallen, aber E-Mails wurden ausgetauscht (nein, gibts hier natuerlich nicht, aber der Papa arbeitet in Estelí und da gibts Internet-Cafés) und alle nochmal geknuddelt,

bevors fuer uns dann weiter in eine noch etwas hoeher gelegene Gegend von Miraflor, dem eigentlichen Nebelwald ging. Der war uns aber ganz wohl gesonnen, gab uns zwei wunderschoene erholsame sonnige Ostertage in einem netten kleinen Hostel mit einem liebevoll angelegtem Garten, und zeigte erst am Montag woher er seinen Namen hat.





So haben wir uns am Montag wieder zurueck nach Estelí verkruemelt (hauptsaechlich fuer Internet und Telefon, man muss doch ganz dringend die Mama zu Ostern noch anrufen!) und werden uns heut auf den Weg Richtung Sueden machen, Managua - Granada - Ometepe, falls da zwischenzeitlich kein Vulkan ausbricht - San Carlos mit Endziel Rio San Juan, Regenwald.
Die in León angebotene Regenwaldtour hatte sich naemlich bei einer Internet-Recherche als doch nicht ganz so verlockend herausgestellt. Beschreibung: etwa 4 Tage Anreise (so wird aus den angepriesenen 12 Tagen nur noch eine Woche), dann einen Fuehrer vor Ort nehmen (den kann man auch selbst vor Ort suchen, dann hat man auch mehr Auswahlmoeglichkeiten was Tour und Route angeht), anschliessend Rueckflug nach León (eben dieser gibt den Ausschlag fuer den hohen Preis, aber ich will ja gar keinen Rueckflug nach León). Ausserdem erhaelt man jedesmal wenn man fragt eine andere Preisauskunft. Scheint ein bisschen desorganisiert, der Laden. Und desorganisiert sein kann ich auch ganz gut selber.
Michael war schon am Rio San Juan, und meinte da wars so schoen, er wuerd sofort nochmal hin. Ausserdem ist er eh auf dem nach Corn Islands, da liegt das ganz gut. Und ab da war das Zusammenreisen schon geplant.
Ich drueck euch ganz lieb und mach mich jetzt erst mal auf viele Stunden im Bus gefasst. Moegen alle noch ein paar Ostereier nachtraeglich finden... :)
Und in eben so einem waren wir letzte Woche untergebracht.
Eine fuenfkoepfige Familie, irgendwo in den Bergen, ohne Bad, ohne Kuehlschrank, und im ersten Moment auch nicht wirklich mit etwas, was ich als Kueche verstanden haette..
Was ich da zuerst erlebt habe kann man wohl am Besten mit einem Kulturschock beschreiben. Das Wort kannte ich eigentlich schon vorher, aber ich glaub es wird im Allgemeinen etwas inflationaer gebraucht. Ich sass irgendwann am ersten Tag mittags auf meinem Bett, fing an zu weinen und waer am Liebsten sofort abgehauen, in ein Hotel mit Himmelbett, Badewanne und irgendeinem Luxusschwachsinn wie Spitzenvorhaengen und Fernseher. Eine Reaktion, von der ich selbst total ueberrascht war. Und auf die ich auch absolut nicht stolz bin.
Ich war gottfroh dass Michael da war. Erstens weil er Spanisch spricht und ich sonst wahrscheinlich nur ein Drittel der Geschichten der Familie verstanden haette. Nicas verschlucken gerne alle s oder lassen auch gern mal den letzten Teil eines Wortes einfach weg. Da hat sogar Michael trotz mexikanischer Mama manchmal Probleme alles zu verstehen. Und zweitens einfach nur um nicht allein zu sein.
Unsere Aufgabe war es einfach nur, etwas im Haushalt mitanzupacken. Als wir schon morgens beim Tortilla machen das Gefuehl hatten den Fruehstuecksvorbereitungsprozess eher auszubremsen, waren wir von unserem Hilfspotential noch nicht sehr ueberzeugt. Umso netter war es dann, wenigstens beim Garten giessen nuetzlich sein zu koennen. Das artet doch in eine groessere Aktion aus, wenn man fuer jeden Kuebel erst mal runter zum Brunnen springen muss. Bryan, der aelteste Spross von 7 Jahre, hat sich hierbei als vollendeter Gentleman erwiesen, bog mir Bananenblaetter aus dem Weg und bestand darauf, dass ich den kleinsten Eimer trage.
Am zweiten Tag durften doch sogar schon einige meiner Tortillas auf die heisse Platte ohne von Lesvia nachbearbeitet zu werden. Da war dann auch der groesste Teil meines sonnigen Gemuetszustandes schon wieder hergestellt, so dass ich mich sogar mit der morgentlichen Dusche am eiskalten Brunnen anfreunden konnte.
Spaetestens am dritten Tag war klar, dass wir gerne noch ein wenig bleiben wollten, und auch der Familie war das recht.
Fuer Ostern wurden Tamales zubereitet, ein Maisbrei, die in Bananenblaetter eingeschnuert und dann gekocht wird. Der Mais wird dafuer vorher laengere Zeit in Asche eingelegt. Ich muss noch rausfinden fuer was das gut ist, das hatte ich nicht ganz kapiert. Ich moecht echt wissen wie viele Kilo Mais wir gewaschen haben, das nahm kein Ende...
Hier waren die hoechsten Feiertage Donnerstag und Freitag, und wir wurden gefragt ob wir mit zum Gottesdienst moechten. Da aber Michael grosse Bedenken hatte, dass seine Haut beim Betreten einer Kirche eventuell zu brennen anfangen koennte, zogen wir es vor am Karfreitag -anstatt vier Stunden Prozessionsumzug in der Sonne-
lieber ein paar Stunden mit Lesvia in der Sonne Kuhmist zusammenkratzten um daraus Duenger herzustellen.
Und das alles, kiloweise Mais waschen, zwanzig Mal am Tag zum Brunnen springen, dreimal am Tag warme Mahlzeiten fuer viele hungrige Menschen vorbereiten (alles frisch per Hand, gibt ja keinen Kuehlschrank)... das sind ja keine Arbeiten, die die sich ausdenken, damit die armen Stadtkinder was zu tun haben. Das macht die gute Frau sonst einfach hauptsaechlich alles allein.
Schon sehr ungewohnt, wenn man als verwoehnter Schreibtischstudent, dessen Kochrepertoire kein Gericht enthaelt fuer das mehr als 20 Minuten Kuechenarbeit notwendig waeren, in eine Welt stolpert, in der jede Aufgabe mit koerperlicher Arbeit verbunden ist.
Wenn allerdings das Essen vorbereitet, Holz geholt, der Garten gegossen und die Waesche gewaschen ist, ist dafuer aber auch schon das Tagwerk getan. Und dann kehrt eine Art Ruhe ein, so ruhig wie diese gesamte verlassene Gegend. Irgendwie schoen. Und ganz anders.
Manche Dinge sind dagegen genauso wie daheim. Kleine Kinder die mit grosser Wichtigkeit verkuenden dass sie jetzt Puhpuh muessen und danach mit runtergelassenen Hosen in der Gegend rumspringen und sich auffuehren wie die Koenige der Welt sind immer grosses Kino. Abends mit einer Gitarre zusammensitzen ist immer gemuetlich. Und alle Babys riechen nach Baby.
Nach der Woche ist einem der Abschied dann doch fast etwas schwer gefallen, aber E-Mails wurden ausgetauscht (nein, gibts hier natuerlich nicht, aber der Papa arbeitet in Estelí und da gibts Internet-Cafés) und alle nochmal geknuddelt,
bevors fuer uns dann weiter in eine noch etwas hoeher gelegene Gegend von Miraflor, dem eigentlichen Nebelwald ging. Der war uns aber ganz wohl gesonnen, gab uns zwei wunderschoene erholsame sonnige Ostertage in einem netten kleinen Hostel mit einem liebevoll angelegtem Garten, und zeigte erst am Montag woher er seinen Namen hat.
So haben wir uns am Montag wieder zurueck nach Estelí verkruemelt (hauptsaechlich fuer Internet und Telefon, man muss doch ganz dringend die Mama zu Ostern noch anrufen!) und werden uns heut auf den Weg Richtung Sueden machen, Managua - Granada - Ometepe, falls da zwischenzeitlich kein Vulkan ausbricht - San Carlos mit Endziel Rio San Juan, Regenwald.
Die in León angebotene Regenwaldtour hatte sich naemlich bei einer Internet-Recherche als doch nicht ganz so verlockend herausgestellt. Beschreibung: etwa 4 Tage Anreise (so wird aus den angepriesenen 12 Tagen nur noch eine Woche), dann einen Fuehrer vor Ort nehmen (den kann man auch selbst vor Ort suchen, dann hat man auch mehr Auswahlmoeglichkeiten was Tour und Route angeht), anschliessend Rueckflug nach León (eben dieser gibt den Ausschlag fuer den hohen Preis, aber ich will ja gar keinen Rueckflug nach León). Ausserdem erhaelt man jedesmal wenn man fragt eine andere Preisauskunft. Scheint ein bisschen desorganisiert, der Laden. Und desorganisiert sein kann ich auch ganz gut selber.
Michael war schon am Rio San Juan, und meinte da wars so schoen, er wuerd sofort nochmal hin. Ausserdem ist er eh auf dem nach Corn Islands, da liegt das ganz gut. Und ab da war das Zusammenreisen schon geplant.
Ich drueck euch ganz lieb und mach mich jetzt erst mal auf viele Stunden im Bus gefasst. Moegen alle noch ein paar Ostereier nachtraeglich finden... :)
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